"Gay Games" Russische Homosexuelle planen eigene Winterspiele 2014

Sie sollen drei Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele in Sotschi beginnen: Die russische Sport-Vereinigung der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen will "Gay Games" in Moskau ausrichten. Ärger fürchten die Organisatoren trotz der repressiven Gesetzeslage nicht.

Eisstadion in Sotschi: Die Olympischen Winterspiele finden im Februar 2014 statt
REUTERS

Eisstadion in Sotschi: Die Olympischen Winterspiele finden im Februar 2014 statt


Moskau - Der russische Sportverband der Homosexuellen plant nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi einen eigenen Sportwettkampf in Moskau. "Wir starten am 26. Februar, damit Amateursportler, Journalisten und andere von Sotschi nach Moskau kommen und uns unterstützen können", sagte der Vorsitzende des Sportverbands der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT), Viktor Romanow.

Die Winterspiele (7. bis 23. Februar) im Schwarzmeerort Sotschi stehen wegen der homosexuellenfeindlichen Stimmung in Russland in der Kritik. Eine direkt vor dem Auftakt geplante Christopher-Street-Day-Parade war am generellen Demonstrationsverbot gescheitert, das die russische Regierung unter Präsident Wladimir Putin über die Olympiastadt verhängt hatte.

Romanow geht davon aus, dass die geplanten "Russischen Offenen Spiele" nicht gegen das im Juni verabschiedete Gesetz gegen "Homosexuellenpropaganda" verstößt. "Wir fallen nicht in den Bereich dieses Gesetzes, weil wir nicht Homosexualität propagieren, sondern Sport und eine gesunde Lebensführung", sagte Romanow. Eine Anmeldung des Sportfests bei den Behörden sei nicht nötig, weil es sich nicht um eine politische Demonstration handele. "Wir brechen kein Gesetz."

Die Organisatoren wollen laut Romanow das Sportministerium, die Stadt Moskau und die Polizei über ihre geplante Veranstaltung erst noch informieren. Die Gruppe, die als nicht-kommerzielle Organisation registriert ist, hat in den vergangenen Jahren Events für einige hundert Mitglieder veranstaltet. Romanow, ein früherer Ermittler, hatte die Organisation zusammen mit dem Hochschullehrer Konstantin Jablonsky nach der Teilnahme an den "Gay Games" 2010 in Köln gegründet.

Eine Sportlerin, die in Sotschi startet, hat laut Romanow in einer Video-Botschaft mitgeteilt, sie unterstütze die Gruppe und komme zu dem Event. Russischen Olympiateilnehmern sei jedoch verboten worden, LGBT zu unterstützen. Mit der Datumswahl fallen die "Gay Games" (26. Februar bis 2. März) genau zwischen die Olympischen Winterspiele und die Paralympics Anfang März, welche ebenfalls in Sotschi stattfinden. Der russische Präsident Putin hatte zuletzt wiederholt versichert, dass sich Russland auch Homosexuellen gegenüber an die olympischen Prinzipien der Diskriminierungsfreiheit halten werde.

In Russland gibt es immer wieder Übergriffe gegen bekennende Homosexuelle. Die homophobe Stimmung war durch das Anti-Propagandagesetz zusätzlich angeheizt worden. In Russland stand Homosexualität bis 1993 unter Strafe und galt bis 1999 als Geisteskrankheit.

wit/sid/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
philbill 29.10.2013
1. muhaha
Der war gut :)
mm71 30.10.2013
2.
Zitat von sysopREUTERSSie sollen drei Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele in Sotschi beginnen: Die russische Sport-Vereinigung der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen will "Gay Games" in Moskau ausrichten. Ärger fürchten die Organisatoren trotz der repressiven Gesetzeslage nicht. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/gay-games-russische-homosexuelle-planen-eigene-winterspiele-2014-a-930714.html
Wie wird die Teilnahmeberechtigung geprüft?
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