Unglück in Genua Einsatzkräfte bergen Lastwagen von Brückenrumpf

Mehrere Fahrzeuge standen seit dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua auf den Resten des Bauwerks - nun wurden sie von der Unglücksstelle entfernt. Unterdessen erhöht die Regierung den Druck auf den Autobahnbetreiber.

Eingestürzte Morandi Autobahnbrücke
Rescuers/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Eingestürzte Morandi Autobahnbrücke


Das Bild des grünen Lastwagens, dessen Fahrer bei dem Unglück in Genua nur knapp dem Sturz in die Tiefe entging, ging um die Welt: Der Mann namens Luigi konnte wenige Meter vor der Abbruchstelle der Morandi-Autobahnbrücke bremsen. Am späten Donnerstagabend haben Einsatzkräfte seinen Lastwagen zusammen mit anderen Fahrzeugen geborgen, die auf den Resten der Brücke standen.

Bei dem Unglück waren mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. In der Nacht suchten die Retter nach weiteren Opfern. Mindestens zehn Menschen gelten noch als vermisst. Die Suche konzentrierte sich auf die Trümmer eines Brückenpfeilers am linken Polcevera-Ufer.

Im Video: Warum dieser Lkw-Fahrer überlebte

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Laut italienischen Medienberichten wollen die Angehörigen von 17 Opfern aus Ärger über die Regierung in Rom nicht an der für Samstag angesetzten offiziellen Trauerfeier teilnehmen.

Die Regierung hatte den privaten Betreiber Autostrade per l'Italia für das Unglück verantwortlich gemacht. Die Firma versicherte jedoch, ihren Wartungspflichten stets nachgekommen zu sein. Die Zeitung "La Repubblica" berichtete hingegen, dass eine von der Firma in Auftrag gegebene Studie schon 2017 Schwächen in den Tragseilen der Brücke entdeckt habe.

Das Verkehrsministerium leitete eine Untersuchung von Autostrade per l'Italia ein und forderte das Unternehmen am Donnerstagabend auf, binnen 15 Tagen nachzuweisen, dass es all seinen Instandhaltungspflichten nachgekommen sei. Die Gesellschaft müsse außerdem bestätigen, dass sie den Viadukt auf eigene Kosten vollständig wiederaufbauen werde.

Der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toto, und Verkehrsstaatssekretär Edoardo Rixi sagten laut Nachrichtenagentur Ansa, Genua werde bis 2019 eine neue Autobahnbrücke haben. "Die Gesellschaft Autostrade wird sie bezahlen. Wer sie baut, werden wir abwägen", sagte Rixi.

bbr/dpa

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