Brückenunglück in Genua "Man muss den Rumpf so schnell wie möglich abreißen"

Experten empfehlen, den östlichen Teil der eingestürzten Brücke in Genua abzureißen - oder abzustützen. Erstens zur Sicherheit. Zweitens, weil sonst kein Wiederaufbau möglich scheint.

Eingestürzte Brücke in Genua
LUCA ZENNARO/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Eingestürzte Brücke in Genua


Ein Teil der Reste der eingestürzten Brücke in Genua muss nach Ansicht von Experten schnell abgerissen oder gestützt werden. Das geht aus einem Schreiben einer Expertenkommission an die Behörden hervor, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums bestätigt dies.

Die Warnung betreffe nur den östlichen Rumpf der Morandi-Brücke, die vor mehr als einer Woche in der italienischen Stadt eingestürzt war. Am Pfeiler, der den Rumpf der Brücke stützt, sei die Korrosion des Materials hochgradig vorangeschritten, sagte die Präfektin von Genua, Fiamma Spena, laut Ansa.

Nach Angaben der Feuerwehr von Montag waren am östlichen Rumpf auffällige Geräusche wahrgenommen worden. Von dem Pylon gehe Gefahr aus, sagte Spena, konnte aber nicht beantworten, ob ein Einsturz drohe.

"Man muss sicher den Rumpf so schnell wie möglich abreißen", sagte der Präsident der Region Ligurien und Kommissar für den Wiederaufbau, Giovanni Toti. "Erstens um die Sicherheit zu garantieren, auch wenn das Gebiet bereits geräumt ist und deshalb kein Mensch in Gefahr ist. Zweitens, weil ohne den Abriss der Wiederaufbau nicht beginnen kann."

Der Brückenbetreiber Autostrade per l'Italia hatte angekündigt, innerhalb von acht Monaten eine neue Autobahnbrücke zu bauen, sobald eine Genehmigung vorliege. Die Brücke war eine wichtige Verkehrsachse, ohne sie droht ein Verkehrskollaps.

Durch den Einsturz waren 43 Menschen gestorben. Unter der Brücke liegen einige Wohnhäuser, die bereits evakuiert wurden. Bewohner dürfen auch keine Besitztümer aus den Häusern holen.

bbr/dpa

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