Gedenken in Haltern Gauck spricht von "Band des Mitleidens"

16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus Haltern starben bei dem Absturz von Germanwings-Flug 9525. An einem Gedenkgottesdienst in dem westfälischen Ort nahm überraschend auch Bundespräsident Gauck teil.


Haltern - Bundespräsident Joachim Gauck hat in Haltern an einer Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes teilgenommen und den Hinterbliebenen Unterstützung versprochen. Es entstehe ein "Band des Mitleidens und Mittrauerns", sagte er nach dem Besuch des ökumenischen Gottesdienstes. In der Notsituation erweise sich, "dass wir in einer Gesellschaft von Menschen leben und nicht nur von funktionierenden Wesen".

Das Präsidialamt hatte den Besuch Gaucks auf Bitten der Verantwortlichen in Haltern vorher nicht bekannt gegeben. Das Staatsoberhaupt wurde von der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) begleitet.

Zu den trauernden Mitschülern und Angehörigen habe er gesagt, dass nicht alles Leid abgewendet werden könne, aber "dass wir Arme und Hände haben, um zu helfen, wo wir es tun können", so Gauck.

Haltern ist von dem Flugzeugabsturz besonders betroffen, da 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des örtlichen Gymnasiums an Bord der Maschine waren.

Der Airbus A320 zerschellte am Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Co-Pilot die Maschine absichtlich zum Absturz brachte. Das legen die Aufnahmen des Cockpit-Stimmrekorders nahe.

In der Wohnung des 27-Jährigen fand die Staatsanwaltschaft auch eine Krankschreibung für den Tag des Absturzes. Offenbar hatte er seine Erkrankung gegenüber dem Arbeitgeber und dem Arbeitsumfeld verheimlicht.

hut/dpa/AFP



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insgesamt 102 Beiträge
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usfriend 27.03.2015
1. Politiker ...
... inklusive des Bundespastors schieben sich immer vor, wenn es eine Katastrophe gibt. Wem hilft er mit seinen Worten? Welche Taten kommen von den Politikern?
Eppelein von Gailingen 27.03.2015
2. Die Kirche tut sich leicht mit Worten
Der Otto Normalverbraucher schiebt einen Groll über den Verursacher der Tötung. Warum hängt er sich nicht in Düsseldorf oder Montabaur in seiner Wohnung auf. Warum blieb der nicht seinem Arbeitsplatz fern. War er zu feig für eine andere Art Freitod?
regensommer 27.03.2015
3.
Der Gauck ist und bleibt ein Gauckler
Levator 27.03.2015
4. Herrn Gauck
nehme ich die Betroffenheit ab, egal wie man sonst zu ihm steht. Eine Krankmeldung ohne Antritt der Krankschreibung beinhaltet den möglichen Verlust einer Versicherungseintrittspflicht von Seite des Versicheres. Hoffentlich kein weiterer Nachteil für die Opfer.
ManfredoRSA 27.03.2015
5. BuPrae
Chapeau! Einer der ganz grossen Bundespraesidenten - diese Geste ist menschlich-staatsmaennisch und wird den Trauernden Trost geben. Danke
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