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"Geschenk Gottes": Käßmanns Pillenlob bringt Katholiken in Rage

Ärger auf dem Ökumenischen Kirchentag: Die evangelische Pfarrerin Käßmann hat die Antibabypille als "Geschenk Gottes" bezeichnet - und damit die katholischen Bischöfe verärgert. Deren Vorsitzender Zollitsch wies die Deutung entschieden zurück.

Margot Käßmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag: Pille als "Geschenk Gottes"? Zur Großansicht
dpa

Margot Käßmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag: Pille als "Geschenk Gottes"?

München - Der Vorsitzende der Katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat das Plädoyer von Margot Käßmann für die Antibabypille zurückgewiesen. Mit Blick auf deren Aussage, die Pille sei "ein Geschenk Gottes", erklärte der Freiburger Erzbischof am Samstag bei der Abschlusspressekonferenz des 2. Ökumenischen Kirchentags: Die Pille sei vom Menschen gemacht und nicht etwas, "was Gott in die Welt hineingeschenkt hat".

Da wolle er Käßmann schon entschieden widersprechen. Näher eingehen wollte Zollitsch auf die Predigt der früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht. Sie habe ihre persönliche Meinung geäußert, sagte der Erzbischof lediglich und fügte hinzu: "Die katholische Lehre ist ganz klar, das bedarf keines weiteren Kommentars." Die katholische Kirche lehnt Verhütungsmittel wie die Pille strikt ab.

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Käßmann beim ÖKT: "Danke, das tut mir gut"
Die Ex-Bischöfin hatte am Donnerstagabend im katholischen Liebfrauendom, der Münchner Bischofskirche, die Pille gelobt: Es gehe um die Erhaltung von Leben, um Freiheit, um "Liebe ohne Angst" und um verantwortliche Elternschaft. Käßmann plädierte für Geburtenkontrolle und für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln.

hil/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 525 Beiträge
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1. Prost
Coz, 15.05.2010
Ich mag die Käßmann. Hat sie doch dem letzten Naivchen in diesem Lande bewiesen, was man derzeit von Deutschlands "Elite" zu halten hat. Und jetzt beweist sie eindrucksvoll, dass mediale Aufmerksamkeit offenbar süchtig macht.
2. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Mischa Dreesbach, 15.05.2010
Zitat von sysopÄrger auf dem Ökumenischen Kirchentag: Die evangelische Pfarrerin Margot Käßmann hat die Anti-Baby-Pille als "Geschenk Gottes" bezeichnet - und damit die katholischen Bischöfe verärgert. Deren Vorsitzender Robert Zollitsch wies die Deutung entschieden zurück. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,694983,00.html
Diese Frau ist auf jeden Fall ein Geschenk für eine moderne pluralistische Gesellschaft... :)
3. Die Pharmavertreterin
stanis laus 15.05.2010
Die sprach wohl als Lobbyisten der Industrie der Ovulationshemmer. Jetzt, wo sie doch ihren Job als Alk-Bischöfin verloren hat. Nur: Gott spricht nicht aus ihr. Das bildet die sich nur ein. Die Bibel als Wort Gottes sagt was ganz aus, als das, was sie als Privatideologie propagiert.
4. Für einen titelfreies SpOn-Forum.
Rainer Helmbrecht 15.05.2010
Zitat von sysopÄrger auf dem Ökumenischen Kirchentag: Die evangelische Pfarrerin Margot Käßmann hat die Anti-Baby-Pille als "Geschenk Gottes" bezeichnet - und damit die katholischen Bischöfe verärgert. Deren Vorsitzender Robert Zollitsch wies die Deutung entschieden zurück. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,694983,00.html
Ich habe da ein Problem bei beiden Protagonisten, Frau Käßmann, ebenso wie Herr Zöllitsch, halten die Pille für eine Erfindung Gottes. Das halte ich für eine sehr unrealistische Betrachtung der Pille. Es geht nicht um die Pille, sondern um Verhütung. Ob der Papst da ein endgültiges Urteil sprechen kann, ist etwas lächerlich. Schließlich gibt es auch schon elektronische Geräte, mit denen man ziemlich sicher Verhütung betreiben kann. Will man Verhütung nun in gute und schlechte Verhütung einteilen? Wer Geld hat für ein e-Gerät betreibt gute Verhütung, wer ein Kondom geschenkt bekommt, betreibt schlechte Verhütung? Das ist doch Krümelkackerei, um Menschen in Gewissenskonflikte zu bringen. MfG. Rainer
5. Re
dent42 15.05.2010
Als Atheist muß ich dem Katholiken zustimmen, die Pille ist von Menschen gemacht...kommt aber einem Gottesgeschenk für Frauen gleich, war sie doch fundamental wichtig für deren Weg zur Selbstbestimmung und das die ganzen amtlichen Marienanbeter was gegen Frauen - nicht unbedingt gegen deren Klamotten - und Selbstbestimmung haben ist ja nun nichts neues. Das Katholische Pfaffen ansonsten wenig nutzen in der Pille sehen ist klar, Knaben können nicht schwanger werden.
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Zur Person
Margot Käßmann, 51, war seit Oktober 2009 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und damit die erste Frau in diesem Amt. Seit 1999 stand die Theologin zudem als Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover vor. Bei einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss am 20. Februar 2010 fuhr Käßmann in Hannover über eine rote Ampel. Nach diesem Vorfall sei ihre "Autorität beschädigt" - Käßmann trat von ihren Spitzenämtern zurück, arbeitet aber weiter als Pastorin. Die Mutter von vier Kindern ist geschieden. Mehr auf der Themenseite...


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