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Jerusalem: Grabeskirche droht Schließung - wegen unbezahlter Rechnung

Es ist die heiligste Stätte der Christen und ein Touristenmagnet. Doch jetzt droht der Grabeskirche in Jerusalem die Schließung. Der Grund? Ein Disput um unbezahlte Wasserrechnungen.

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REUTERS

Gläubige in der Grabeskirche von Jerusalem: "Eine sehr gefährliche Situation"

Jerusalem - Die israelische Wassergesellschaft Gihon hatte eine Kontosperrung erwirkt, nachdem die Rechnungen der weltberühmten Grabeskirche in Höhe von rund neun Millionen Schekel (etwa 1,8 Millionen Euro) nicht bezahlt worden waren.

Die Kirchenverantwortlichen sind aber der Meinung, sie seien seit Jahrzehnten von den Zahlungen befreit. Erst im Jahre 2004 habe Israel begonnen, Wasserrechnungen zu schicken. Jetzt könnte es Schwierigkeiten bei der Zahlung von Gehältern an Kirchenmitarbeiter geben.

Doch in Jerusalem geht es um weit mehr als einen finanziellen Disput. Der Präsident der Nationalen Christlichen Koalition in den Palästinensergebieten, Dimitri Diliani, warnte am Sonntag: "Es wird Volksproteste geben." Man habe in der Frage auch Protestbriefe an den Vatikan und an griechisch-orthodoxe Vertretungen in aller Welt geschickt. Diliani wirft Israel vor, es versuche gezielt, mehr Kontrolle über die Grabeskirche zu erlangen. "Dies ist eine sehr gefährliche Situation", sagte er.

Das Griechisch-Orthodoxe Patriarchat hatte bereits am Samstag vor einem internationalen Konflikt gewarnt, sollte Israel versuchen, den Status Quo im arabischen Ostteil Jerusalems zu verändern. Eine Sprecherin des israelischen Tourismusministeriums sagte am Sonntag, man bemühe sich in der Frage um Schlichtung.

Die Grabeskirche in Jerusalems Altstadt gilt als heiligste Stätte des Christentums. Nach christlichem Glauben steht sie am Ort der Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus Christus.

Zwar handele es sich um einen Streit zwischen der Stadt Jerusalem und der Kirche. Wegen der Wichtigkeit der heiligen Stätte bemühe man sich jedoch um Vermittlung. "Wir hoffen, dass das Problem bald gelöst wird, damit tausende Touristen und Besucher, die zu dieser beliebten und wichtigen Stätte kommen, nicht enttäuscht werden", sagte die Sprecherin Anat Shihor-Aronson.

ala/dpa

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