Grammy-Gala Clinton, Snoop Dogg und Cardi B. lesen aus "Fire and Fury"

Sie teilten gemeinsam gegen Donald Trump aus: Hillary Clinton, Rapper Snoop Dogg und andere Stars traten bei der Grammy-Gala in einem Videoclip auf - und überraschten das Publikum mit einer besonderen Lesung.

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Eigentlich steht bei der Verleihung der Grammy Awards die Musik im Mittelpunkt. Aber in diesem Jahr gehörte eine Politikerin zu denen, die bei der Preisverleihung in New York am meisten beklatscht wurden. Hillary Clinton begeisterte das Publikum zusammen mit mehreren US-Musikern mit einem Auftritt per Videoeinspieler - und angeblichen Details aus dem Leben ihres Ex-Rivalen Donald Trump.

Die Demokratin und Stars wie Snoop Dogg, Rapperin Cardi B., John Legend und Cher lasen in einem vorab vorbereiteten Film kurze Passagen aus Michael Wolff's Buch "Fire and Fury" ("Feuer und Zorn") vor, das dem eigenen Anspruch nach Hintergründe des Wahlkampfs und Einzelheiten aus Trumps Amtszeit im Weißen Haus enthüllen will.

Trump habe Angst davor, vergiftet zu werden, heißt es etwa in dem Buch. "Das ist der Grund, warum er gern bei McDonalds isst", liest Clinton mit sichtlichem Vergnügen vor. "Dort weiß keiner, dass und wann er kommen wird, deshalb ist es sicher für ihn, dort zu essen." Clinton hatte im Präsidenschaftswahlkampf 2016 knapp gegen Trump verloren.

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Grammys 2018: Hillary Clinton

Auch Musiker lasen einige Sätze aus dem Buch vor - und konnten sich Kommentare dazu nicht verkneifen. "Warum lese ich diesen Scheiß überhaupt?", fragt Cardi B in dem Clip, nachdem sie eine Passage zu Trumps angeblich regelmäßigen Cheeseburger-Abendessen im Bett rezitiert hat. "Ich kann das nicht glauben. Lebt er so wirklich sein Leben?" Snoop Dogg fügte hinzu, ganz sicher nicht bei Trumps Vereidigung vor gut einem Jahr dabei gewesen zu sein.

Trump-Umfeld: Clip hat die Show "ruiniert"

Reaktionen aus Trumps Umfeld ließen nicht lange auf sich warten: Aus einem "Fake News"-Buch vorzulesen, sei ein schwacher Trost dafür, dass man die Präsidentschaftswahl verloren habe, twitterte Donald Trump Junior.

Auch Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, reagierte prompt auf die verbale Ohrfeige gegen ihren Vorgesetzten und Parteikollegen Trump.

"Ich habe die Grammys immer geliebt, aber dass Künstler aus dem "Fire and Fury"-Buch lesen, hat das Ganze kaputt gemacht", twitterte Haley. "Ruiniert großartige Musik nicht mit Müll. Manche von uns lieben Musik, ohne dass sie mit Politik vermischt wird." Auf den Tweet einer Reporterin der "Washington Post", die den Sketch als lohnenswert bezeichnete, antwortete Haley, der Videoclip habe die Show ruiniert.

Trump hatte wiederholt massive Kritik an Wolff's Enthüllungsbuch geäußert und sich in einem Interview mit dem britischen Sender ITV jüngst selbst zu bestimmten Gewohnheiten in seinem Leben geäußert. Gefragt, ob er Burger esse und Cola trinke, sagte er etwa: "Ich esse gutes Essen, wirklich von einigen der besten Köche der Welt. Ich esse gesundes Essen." Angesprochen auf seine Gesundheit fügte der 71-Jährige hinzu: "Ich bin ein stabiles Genie."

fok/dpa



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