Griechenland Englische Touristin angeblich von Wölfen getötet

Tagelang galt eine 64 Jahre alte Wanderin in Griechenland als vermisst, dann fand die Polizei Knochen der Engländerin. Untersuchungen sollen nun zeigen, dass die Frau von Wölfen angegriffen wurde. Doch es bleiben Zweifel.

DPA


Vor etwa einer Woche wurde eine englische Touristin im Norden Griechenlands als vermisst gemeldet. Wenige Tage später hatten Rettungstrupps einige Knochen der 64-Jährigen entdeckt. Nun steht fest: Die Frau wurde von Wölfen getötet.

"Es waren sicher Wölfe. Das haben wir nach einer mehrstündigen Untersuchung zusammen mit einem Veterinärexperten festgestellt", sagte der zuständige Gerichtsmediziner Nikolaos Kifnidis. Das Opfer wanderte nach Angaben der Polizei von Komotini am 21. September in der Nähe der antiken Stätte von Maronia, als es verschwand.

Der Gerichtsmediziner sagte, Rettungstrupps hätten am vergangenen Samstag persönliche Gegenstände und Dokumente der Touristin in der Nähe von Maronia gefunden. Anschließend seien dort auch sterbliche Überreste der Frau gefunden worden.

"Wir haben keine Zweifel. Die Knochen, die wir gefunden haben, stammen von der Engländerin", sagte Kifnidis und fügte hinzu, dass große Teile des Körpers- darunter auch die Wirbelsäule- bislang nicht gefunden worden seien. "Die Wölfe ziehen ihre Beute in ihr Versteck", sagte Kifnidis. So etwas habe er "in seinem Leben noch nie gesehen."

Die Britin soll während des Angriffs der Tiere ihre Verwandten in England benachrichtigt haben, die dann die Behörden in Griechenland alarmierten, berichteten griechische und britische Medien. In der Nähe von Maronia befindet sich das dicht bewaldete Gebiet von Ismaros. Es wird vermutet, dass dort mehrere Wolfsrudel leben.

Es gibt jedoch auch Zweifel an der Version des griechischen Gerichtsmediziners Kifnidis. Der Wolfsforscher Kurz Kotrschal von der Universität Wien hält es für denkbar, dass die Frau von großen Hunden getötet wurde.

Hinweis: Wir haben diesen Text ergänzt um die Aussagen des Wieder Wolfsforschers Kotrschal, der die Aussagen klare Schuldzuweisung des griechischen Gerichtsmediziners bezweifelt.

asc/dpa



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