Großbritannien Entsorgungsfirma soll menschliche Körperteile eingelagert haben

Eine britische Firma hätte Krankenhausabfälle - darunter menschliche Körperteile - eigentlich entsorgen sollen. Stattdessen wurden sie offenbar eingelagert. Die Opposition spricht von einem Skandal.

Ärzte bei einer OP-Vorbereitung (Archivbild)
DPA

Ärzte bei einer OP-Vorbereitung (Archivbild)


Das britische Gesundheitsministerium hat auf Missstände bei der Entsorgung von Krankenhausabfällen reagiert: Es teilte am Dienstag mit, den Vertrag mit dem Unternehmen Healthcare Environment Services (HES) gekündigt zu haben. Die Firma soll große Mengen solcher Abfälle inklusive menschlicher Körperteile eingelagert haben, anstatt sie regelkonform zu entsorgen.

Die Opposition sprach von einem Skandal. Der Labour-Abgeordnete Jonathan Ashworth berichtete von "350 Tonnen Abfällen inklusive menschlicher Körperteile, amputierter Gliedmaßen und infektiöser Flüssigkeiten", die das Unternehmen in Lagerhallen angesammelt habe. HES stand bei 15 Regionalvertretungen des Nationalen Gesundheitsdiensts (NHS) unter Vertrag.

Gesundheitsminister Stephen Barcley begründete die Vertragskündigung nun damit, dass die Verarbeitung und Entsorgung des Krankenhausmülls nicht den "korrekten regulatorischen Zeitvorgaben" entsprochen habe.

Der Minister betonte zugleich, dass nur 1,1 Prozent der betroffenen Krankenhausabfälle "anatomisch" seien, also vom Menschen her stammten. Sollte die von der Opposition genannte Zahl von 350 Tonnen zutreffen, wären dies noch beinahe vier Tonnen.

Das Unternehmen bestritt in einer Stellungnahme, Körperteile eingelagert zu haben. Es verwies in einer Erklärung aber auf generelle Engpässe bei der Müllverbrennung in Großbritannien. Durch die "übertriebene" Kündigung seines Vertrags werde sich das Entsorgungsproblem für Krankenhäuser akut noch verschärfen.

aar/AFP



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