Großbritannien: Premier verteidigt Ministerin in Pornofilm-Affäre

Wie konnten die Gebühren für zwei Pornofilme auf der Spesenabrechnung der britischen Innenministerin landen? Jacqui Smith hat die Streifen nicht selbst angeschaut - das übernahm ihr Ehemann. Unterstützung erfährt die Politikerin in Zeiten der Erklärungsnot nun von Premier Brown.

London - Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hat seine angeschlagene Innenministerin Jacqui Smith in der "Pornofilm- Affäre" in Schutz genommen. "Die Innenministerin verrichtet vorzügliche Arbeit, und diese Sache sollte nicht davon ablenken, was sie alles tut, um die Öffentlichkeit zu schützen und unsere Städte sicher zu machen", sagte Brown am Montag in London.

Britische Innenministerin Smith: "Eine persönliche Sache von Jacqui"
AFP

Britische Innenministerin Smith: "Eine persönliche Sache von Jacqui"

Smith hatte zwei Porno-Filme über ihre Spesen abgerechnet, die ihr Ehemann und Berater Richard Timney angeschaut hatte. Die 46 Jahre alte Ministerin hatte sich entschuldigt, die Nutzung des TV-Bezahlsenders über ihre Abgeordnetenbezüge geltend gemacht zu haben. Auch ihr Mann entschuldigte sich für die "Peinlichkeit", die er seiner Frau beschert habe.

"Sie hat richtig gehandelt, indem sie den Fehler eingestanden hat, nachdem sie ihn erkannt hat", sagte Brown. "Es handelt sich um eine persönliche Sache von Jacqui."

Diese "persönliche Sache" sorgte derzeit in Großbritannien für Schlagzeilen. Smith entschuldigte sich mit dem Hinweis, sie habe mit den Internet-Gebühren irrtümlich auch die Erstattung ihrer Fernsehgebühren beantragt. Ihr Ehemann Richard Timney hatte sich die Filme offenbar in Abwesenheit seiner Frau zu Hause angeschaut.

Timney lud die Pornos offenbar im Pay-per-View-Verfahren auf das gemeinsame TV-Gerät im Privathaus in Redditch. So gerieten die Gebühren dafür auf Smiths Fernsehkosten-Abrechnung. Als ihr der Irrtum bewusst geworden sei, habe sie die zuständige Parlamentsbehörde umgehend informiert, beteuerte die Ministerin und sagte zu, die Gebühren vollständig zurückzuzahlen.

Premierminister Gordon Brown begrüßte die Reaktion seiner Innenministerin. Ein Sprecher des Premiers lehnte einen Rücktritt Smiths ab und stärkte ihr den Rücken. Sie habe das Richtige getan und das Geld zurückgezahlt, als ihr der Fehler aufgefallen sei.

han/dpa

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