Starkregen und Hochwasser Sturm "Frank" tobt über Großbritannien

Wieder Unwetter, wieder Großbritannien: Zum dritten Mal binnen wenigen Wochen treffen heftige Regenfälle auf Europas Nordwesten. Zahlreiche Häuser und Straßen stehen unter Wasser.

AFP

Der Nordatlantik-Sturm "Frank" hat Großbritannien voll erfasst. Bis zu 120 Stundenkilometer schnelle Windböen und heftiger Regen haben vor allem Schottland und Nordirland heimgesucht. Tausende Häuser waren ohne Strom, Straßen und Bahnverbindungen mussten gesperrt werden. Es ist die dritte Flutwelle innerhalb eines Monats. Aber auch Island und Norwegen wurden von der Unwetterfront erfasst, die sich von Nordatlantik in Richtung Osten schiebt.

Besonders betroffen sind die Menschen im nordenglischen Yorkshire in Nordengland, die erst über Weihnachten mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen hatten. Nun wird erneut Hochwasser befürchtet - wenn auch nicht so stark wie zuvor. In Croston in Lancashire riefen die Behörden Bewohner auf, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen. Zugleich klagte die Polizei in Yorkshire, es habe vereinzelt Plünderungen gegeben.

Tausende Häuser ohne Strom, Flüge gestrichen

In der Ortschaft Tadcaster in Yorkshire stürzte am Dienstagabend eine Brücke in den Fluss Wharfe. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Bauwerk war seit Tagen für den Verkehr gesperrt. Mehrere Häuser in unmittelbarer Nähe wurden evakuiert.

Für Großbritannien ist es bereits die dritte heftige Unwetterfront im Dezember. Anfang des Monats tobte zunächst Sturm "Desmond", über Weihnachten kam Sturm "Eva". Von "Frank" sind nun die Regionen um Aberdeen im Osten und Glasgow im Westen Schottlands am stärksten betroffen. Zugleich blieb es vergleichsweise mild: In den meisten Regionen kletterten die Temperaturen erneut über zehn Grad. Die Nordpolregion erlebt einen Wärmeschock.

Straßen und Autobahnen mussten Behörden zufolge gesperrt werden, Fährverbindungen zwischen einzelnen Inseln wurden eingestellt. Berichte über Tote oder Vermisste gab es zunächst nicht.

Allein in Schottland waren 5500 Häusern ohne Strom. In Nordirland, wo der Sturm bereits in der Nacht hinwegfegte, waren zeitweise 2000 Häuser abgeschnitten. In Belfast fielen mehrere Flüge aus. Im Osten Islands riefen die Behörden die Bewohner auf, wegen des Unwetters zu Hause zu bleiben, viele große Straßen wurden gesperrt. Auch an der Westküste Norwegens führte "Frank" zu Stromausfällen.

Erst Anfang Dezember hatten Überschwemmungen im Nordwesten Englands Schäden in Millionenhöhe verursacht, der Sachschaden des Hochwassers an Weihnachten wurde auf mehr als 1,5 Milliarden Pfund geschätzt.

apr/dpa

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