Hambacher Forst NRW-Innenminister gibt Baumhausbauern Mitschuld an tödlichem Unfall

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, hat die Schuld an dem Tod des Journalisten im Hambacher Forst klar zugewiesen: Demnach sollen die Aktivisten verantwortlich sein, die die Brücke am Baumhaus gebaut haben.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)
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NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)


Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine Mitschuld der Polizei an dem tödlichen Unfall im Hambacher Forst ausgeschlossen - die Verantwortung sah er stattdessen bei den Aktivisten. "Den Sturz verantwortet, wer die Brücke gebaut hat", sagte Reul im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags.

Zu dem Zeitpunkt, als der Leverkusener stürzte, soll es Reul zufolge keinen Polizei-Einsatz direkt an der Unglücksstelle gegeben haben.

Bei den Protesten gegen die Rodungen war in der vergangenen Woche ein 27-jähriger Mann von einer mindestens 15 Meter hohen Hängebrücke gestürzt und gestorben.

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Nach Tod eines Journalisten: NRW-Regierung setzt Räumung des Hambacher Forsts aus

Aktivisten hatten Reul Pietätlosigkeit vorgeworfen, weil die Räumungen der Baumhäuser nach wenigen Tagen Trauer-Pause fortgesetzt worden waren. Reul hielt wiederum der Gegenseite vor, noch während des Moratoriums neue Häuser und Barrikaden errichtet zu haben - auch auf Rettungswegen.

Seinen Schilderungen zufolge sollen Baumbewohner sogar noch während der Reanimierung des abgestürzten Journalisten mehrfach gerufen haben: "Scheiß 'drauf, Räumung ist nur einmal im Jahr!"

Die Polizisten hätten diese Leute daraufhin auf ihr "unfassbares Verhalten" angesprochen - ohne Reaktion. Im Kurznachrichtendienst Twitter widersprachen allerdings viele Nutzer dieser Darstellung.

Seit Jahren protestieren Umweltschützer im Hambacher Forst dagegen, dass der Energiekonzern RWE im Herbst weite Teile des Forsts abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will.

Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein. Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den nahegelegenen Braunkohlekraftwerken zu sichern.

cop/dpa



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