Hamburg Massenschlägerei in Flüchtlingsheim, Polizist gibt Warnschuss ab

Im Hamburger Stadtteil Fischbek ist es in einer Flüchtlingsunterkunft zu einer größeren Schlägerei gekommen. Die Auseinandersetzung endete laut Polizei erst, als ein Beamter einen Warnschuss abgab.

Polizeiauto (Symbolbild)
DPA

Polizeiauto (Symbolbild)


Mit einem Warnschuss hat ein Polizist am Freitagabend eine Massenschlägerei im Südwesten Hamburgs gestoppt. Das berichtet die Hamburger Polizei am Sonntag. In einer Folgeunterkunft für Flüchtlinge im Stadtteil Fischbek hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen ein tschetschenischer Junge und ein syrisches Mädchen gestritten, heißt es. Im Verlauf des Streits mischten sich dann die Väter der Kinder ein und gerieten selbst aneinander.

Der Vater des Jungen habe beim Verlassen der Unterkunft damit gedroht, dass er mit einer Gruppe wiederkommen werde. Nachdem die zwischenzeitlich alarmierte Polizei in der Unterkunft eingetroffen sei, hätten plötzlich 30 bis 40 Männer das Gelände betreten.

Die Gruppe ging der Polizei zufolge "schnellen Schrittes" in Richtung der Beamten sowie der Familienmitglieder des syrischen Mädchens. Zwischen beiden Familien soll sich daraufhin eine Schlägerei entwickelt haben, bei der Männer aus der angreifenden Gruppe "mit Stangen und weiteren Schlagwerkzeugen" auf ihre Kontrahenten einschlugen.

Wegen der Heftigkeit der Angriffe auf einzelne Personen habe sich ein Beamter genötigt gesehen, in Nothilfe den Warnschuss abzufeuern, berichtet die Polizei weiter. Daraufhin habe sich die Lage augenblicklich beruhigt. Die Tätergruppe habe anschließend das Weite gesucht, eine Sofortfahndung mit zehn Streifenwagen nach der Gruppe sei ergebnislos geblieben.

Bei der Auseinandersetzung wurden der Polizei zufolge vier Männer im Alter von 22 bis 31 Jahren und eine 15-Jährige verletzt, allesamt aus Syrien. Sie mussten demnach ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Ein 35-jähriger aus Tschetschenien stammender Tatverdächtiger wurde ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert, heißt es. In dem Fall ermittle nun die Kripo.

mbö/AFP



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