Hanfparade in Berlin Für das Recht auf Kiffen

Kiffen für Schmerzpatienten - und alle anderen auch: Das forderten die 6000 Teilnehmer der Hanfparade in Berlin. Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass bald auch in Deutschland nach dem Vorbild der USA ein Hanfmarkt blühen wird.

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Berlin - Gebt das Hanf frei: Rund 6000 Cannabis-Anhänger sind bei der 18. Hanfparade in Berlin für ein Recht auf Drogen-Genuss eingetreten. Die Organisatoren waren unzufrieden: "Das sind weniger, als wir uns erhofft haben", sagte Steffen Geyer, Sprecher der Parade. Es seien wieder nur die Leute da gewesen, "die immer kommen". Die Hanf-Parade gibt es seit 1997.

Hoffnung auf größeren Zulauf hatte den Hanf-Fans ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln gemacht. Das Gericht hatte im Juli entschieden, dass chronisch Schmerzkranke unter bestimmten Umständen zu Hause Cannabis für den Eigenbedarf anbauen dürfen. Nach Angaben der Veranstalter besitzen etwa 300 Menschen eine Ausnahmegenehmigung für medizinisch genutzte Cannabisblüten, rund 5000 Menschen würden demnach einen teilsynthetisch hergestellten Stoff als Ersatzdroge erhalten.

"Wir kämpfen dafür, das die Menschen in Deutschland auch bald 'grünes Licht' für die Legalisierung von Hanf als Rohstoff, Medizin und Genussmittel geben werden, wie es Menschen im November 2012 in den US-Bundesstaaten Washington und Colorado an den Wahlurnen taten", schreiben die Veranstalter der Parade auf ihrer Internetseite.

Der Sprecher der Parade, Steffen Geyer, ist sich sicher, dass sich die Forderungen durchsetzen werden: "Meine Schätzung sind so fünf bis zehn Jahre, dann werden wir in Deutschland einen legalen Hanfmarkt für Erwachsene haben und dann braucht es vielleicht auch nicht mehr die Hanfparade", sagte er in einem Gespräch mit dem RBB. "Wir haben (...) 19 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen, die sicherlich von Cannabis profitieren könnten." Nach Angaben Geyers haben auch diesmal wieder Mitglieder und Parteien und Jugendorganisationen an der Parade beteiligt - nur SPD und CDU hätten sich "komplett entschuldigen lassen", sagte er.

Nach deutschem Recht stehen Cannabis-Produkte auf dem Index der illegalen Suchtmittel. Besitz, Anbau und Handel sind verboten - bei einer Verurteilung gegen das Betäubungsmittelgesetz drohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft vor.

daf/dpa

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