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16. April 2018, 16:34 Uhr

Tödliche Attacke auf Halter

Hund Chico eingeschläfert

Der Hund Chico hat in Hannover eine Frau und ihren Sohn totgebissen. Nun haben die Behörden den Staffordshire-Terrier-Mischling einschläfern lassen - trotz Empörung vieler Bürger.

Nach der tödlichen Attacke auf zwei Menschen in Hannover ist der Hund Chico eingeschläfert worden. Dazu hatte sich nach einer Untersuchung ein Expertenteam aus Vertretern der Stadt, der Tiermedizinischen Hochschule, des Tierheims und des Landwirtschaftsministeriums entschieden, wie die Stadt mitteilte.

Dazu entschied sich die Veterinärbehörde am Montag nach einer Untersuchung des Staffordshire-Terrier-Mischlings, wie die Stadt mitteilte. Der Entschluss sei "unter Betrachtung der Gesamtsituation" erfolgt.

Die Stadt hatte nach eigenen Angaben zuvor auch in Erwägung gezogen, Chico in einem Heim für auffällige Tiere unterzubringen. Infolge seiner fehlenden Sozialisation hätte Chico aber nur isoliert von anderen Hunden gehalten werden können und sei aufgrund seiner Aggressivität für Menschen nicht mehr als Sozialpartner in Frage gekommen, sagte Stadtsprecher Udo Möller.

Erklärvideo Normalnull: So gefährlich sind Hunde

Chico litt an einer stark schmerzhaften frischen Kieferverletzung. Wegen der Schwere der Verletzung, die vermutlich in der Zeit um die Beißattacke entstanden ist, habe die Veterinärbehörde die Entscheidung getroffen, Chico noch in der Narkose einzuschläfern, sagte Möller.

Der Staffordshire-Terrier-Mischling hatte vor zwei Wochen seine im Rollstuhl sitzende Besitzerin und deren 27 Jahre alten Sohn totgebissen. Der Hund war nach der Attacke in ein Tierheim gekommen. Die Stadt hatte schon kurz nach dem Vorfall entschieden, das Tier einzuschläfern.

Wegen Versäumnissen im Umgang mit dem gefährlichen Hund war die Stadt unter Druck geraten. Bereits 2011 hatte das Veterinäramt Hinweise auf eine gesteigerte Aggressivität des Hundes und eine mangelnde Eignung des Halters erhalten. Der zuständige Ordnungsdezernent griff aber nicht durch.

Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover inzwischen wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt. Geprüft wird, ob vor sieben Jahren jemand einen strafrechtlich relevanten Fehler gemacht hat. Möglicherweise hat auch die schmerzhafte Kiefererkrankung die Attacke des Hundes ausgelöst. Parallel prüft die Stadt arbeitsrechtliche Konsequenzen für beteiligte Mitarbeiter.

Der Fall hat die Debatte über gefährliche Hunde neu entfacht. Unter anderem haben sich bislang etwa 290.000 Menschen in einer Onlinepetition dafür ausgesprochen, das Tier leben zu lassen.

mxw/dpa/AFP

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