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Weltmeister-Feier am Brandenburger Tor: Jubel, Trubel, Heiserkeit

So sehen Sieger aus: Hunderttausende Fans haben auf der Berliner Fanmeile die Weltmeister-Elf von Rio de Janeiro gefeiert. Grüppchenweise kamen die Spieler auf die Bühne, krächzten Siegesgesänge und ließen sich von der Menge bejubeln.

Berlin - Es war eine triumphale Rückkehr: Nach elfstündigem Flug und einer ausgiebigen Fahrt im offenen Lastwagen durch Berlin hat sich die Weltmeister-Mannschaft um Trainer Jogi Löw auf der Fanmeile am Brandenburger Tor feiern lassen.

Hunderttausende hatten dort stundenlang ausgeharrt, um die frischgebackenen Weltmeister zu sehen. Die betraten dann auch gegen Mittag endlich die Bühne, nachdem sie sich ins Gästebuch der Stadt Berlin eingetragen hatten. Umjubelt von der Menge stürmte zuerst das Trainerteam in schwarzen T-Shirts mit einer großen Eins auf der Brust auf die Bühne. "Ohne euch wären wir nicht hier! Ihr seid alle Weltmeister", rief Joachim Löw.

Dann kam die Mannschaft in Sechsergruppen auf die Bühne, so wie sie wochenlang in den Bungalows des WM-Camps zusammengewohnt hatte. Leicht übernächtigt und heiser ließen sich die Spieler von den Zuschauern bejubeln. Die Weltmeister stimmten Lieder an, krächzten in gebückter Haltung: "So gehen die Gauchos". Und dann tanzend: "So gehen die Deutschen".

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Helene Fischer: WM-Party mit der Nationalmannschaft

"Jetzt haben wir das Scheißding endlich!"

Toni Kroos ließ es sich nicht nehmen, Miroslav Klose als "besten Mann" hervorzuheben. Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger grölten mit ihrer WG "Die Nummer eins der Welt sind wir". Die Freude über den Gewinn des WM-Pokals beschrieb Schweinsteiger so: "Jetzt haben wir das Scheißding endlich!"

Gegen Ende der Feier trat auch Schlagersängerin Helene Fischer auf, die ihren Erfolgssong "Atemlos durch die Nacht" für den Empfang der Nationalmannschaft umgetextet hatte. Die Weltmeister bildeten zunächst einen Kreis um Fischer und tollten dann in einer Polonaise über die Bühne. Das Lied war bei der WM in Brasilien einer der Favoriten des DFB-Teams. Die Mannschaft hielt danach ein Riesenbanner mit der Aufschrift "Obrigado Fans! Der vierte Stern ist unser!" in die Höhe.

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Rückkehr der DFB-Elf: Berlin feiert die Weltmeister
Wie viele euphorisierte Fans genau die Ankunft des WM-Pokals feierten, kann nicht einmal die Berliner Polizei sagen. Dicht gedrängt passen mehr als 200.000 Menschen auf die 1,2 Kilometer lange Fanmeile. Wegen Überfüllung waren die Eingänge zu dem Areal bereits vor Ankunft der Nationalmannschaft geschlossen worden. "Es ist wirklich proppevoll", sagte ein Polizeisprecher.

Bereits auf dem Weg zum Brandenburger Tor hatten Menschenmassen die Straßen gesäumt und den DFB-Tross bejubelt. Dabei kam die Fahrt immer wieder ins Stocken, nur im Schneckentempo schob sich die WM-Karawane durch ein Meer feiernder Fans. "Wow was hier los ist! Wahnsinn!", twitterte Mario Götze aus dem offenen Truck. Selbst auf der Spree unterbrachen Ausflugsschiffe ihre Fahrt für einen Blick auf die Spieler.

Auf die Seiten des schwarzen Sattelzugs waren die Jahreszahlen der WM-Titel lackiert: 1954, 1974, 1990 und 2014. Auf der Ladefläche standen die frischgebackenen Weltmeister, alle in schwarzen T-Shirts mit einer großen 1 auf der Vorderseite, viele hatten Sonnenbrillen auf, einige tranken Bier auf dem Wagen.

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Eine Ehrenrunde über der Fanmeile hatte die Nationalmannschaft schon um kurz vor zehn Uhr gedreht - an Bord des Jumbojets, der sie aus Brasilien zurück in die Heimat brachte. Die Lufthansa-Maschine mit der Flugnummer LH2014 überquerte die Berliner Innenstadt mit einer Sondergenehmigung nur mehrere Hundert Meter über den Massen und wackelte zum Zeichen des Grußes mit den Tragflächen.

Die Boeing 747 flog dabei nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) auch durch die Schutzzone um Reichstag und Kanzleramt im Zentrum Berlins. Dafür habe es eine Sondergenehmigung des Berliner Senats gegeben, sagte eine DFS-Sprecherin. Die Maschine flog demnach in rund tausend Meter Höhe über die Fanmeile, bevor sie in Tegel landete.

Dort besprühte die Feuerwehr die Maschine auf dem Rollfeld zur Begrüßung mit Wasserfontänen. Als erster Spieler betrat Kapitän Philipp Lahm die Gangway, in den Händen hielt er den WM-Pokal. Ein ZDF-Reporter fragte ihn, ob er froh sei, wieder in Deutschland zu sein: "Absolut, vor allem mit dem Ding hier", antwortete er.

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hut/rls/wit/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 185 Beiträge
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1.
Ruhri1972 15.07.2014
Unwürdig - statt Originaltrikots müssen jetzt die schwarzen Sponsor Shirts getragen werden - peinlich
2.
deus-Lo-vult 15.07.2014
Zitat von sysopDPAPhilipp Lahm kam als Erster aus dem Flugzeug, den goldenen WM-Pokal im Arm: Die deutschen Weltmeister sind am Flughafen Berlin-Tegel gelandet. Vorher drehte ihre Maschine eine Ehrenrunde über der Fanmeile. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/nationalmannschaft-in-tegel-gelandet-weltmeister-feier-in-berlin-a-981055.html
Am meisten wird mir der kleine brasilianische Junge mit der Brille in Erinnerung bleiben. Das hat mir fast das Herz gebrochen, wie sehr der Junge geweint hat.
3.
francisheldenstein 15.07.2014
So Und jetzt reichts... Es gibt noch andere Probleme auf der Welt. Fussball: opium fürs Volk ?
4.
deus-Lo-vult 15.07.2014
Zitat von francisheldensteinSo Und jetzt reichts... Es gibt noch andere Probleme auf der Welt. Fussball: opium fürs Volk ?
Es muss aber zwanghaft kommentiert werden, gelle? Scheint also doch nicht so unwichtig zu sein!
5. Warum Berlin ?
flus 15.07.2014
Warum Berlin ? Kein Einziger spielt von dort in der Nationalmannschaft .... ..... Ach ja ist ja die Hauptstadt ..... kein einziger grosser Industriebetrieb ist mehr dort ..... nur Politiker, Funktionaere und Lobyisten .... ....Ach ja die haben ja Zeit , sind eh meist arbeitslos oder leben von Hartz IV .... und natuerlich all die Politiker ... Wir arbeiten derweilen und senden dann wieder die Milliarden nach Berlin damit man dort weiterhin Party machen kann ....
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