Hessen Frau um Lottogewinn betrogen - Betreiber verurteilt

Eine Frau gewann im hessischen Egelsbach fast eine halbe Million Euro - doch der Betreiber der Lottoannahmestelle zahlte ihr das Geld nicht aus, stattdessen kassierte er es selbst. Nun ist er verurteilt worden.


Weil er einer Lottospielerin ihren Gewinn von 477.777 Euro vorenthalten hat, ist ein 65-Jähriger verurteilt worden. Das Amtsgericht Darmstadt verhängte gegen den ehemaligen Betreiber einer Lottoannahmestelle wegen schweren Betrugs eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft sowie eine Geldauflage von 2400 Euro.

Der Mann hatte den Gewinn aus dem "Spiel 77" nach Auffassung des Gerichts im März 2017 im hessischen Egelsbach vorenthalten, um ihn über einen Mittelsmann selbst zu kassieren.

Als der Lottoschein eingelesen wurde, erschien auf dem Lotto-Terminal der Text "Zentralgewinn". Der Angeklagte habe der Frau daraufhin mitgeteilt, dass sie 8000 Euro gewonnen habe und zahlte ihr den Betrag bar aus.

Als die Geschädigte mit ihrem Gewinnerschein aber an weiteren Ziehungen teilnehmen wollte, streikte das Terminal. Der Angeklagte habe eine geänderte Losnummer von Hand eingegeben und den namenlosen Gewinner-Lottoschein behalten. Der Frau fiel der Betrug erst später auf. Ihren Gewinn hat sie inzwischen erhalten.

Die Staatsanwaltschaft hatte für ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung sowie 3600 Euro Geldauflage plädiert.

Die Verteidigung hatte hingegen einen Freispruch gefordert. Der Angeklagte hatte erklärt, dass er zwar einen Fehler gemacht habe, die Spielerin aber nicht habe betrügen wollen. Der Verteidiger kündigte an, wahrscheinlich in Berufung zu gehen.

cop/dpa



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