Hochwasser-Hilfe in Deutschland Ebbe auf den Spendenkonten

In den Hochwassergebieten sind Unterstützung und Hilfsbereitschaft enorm - doch auf den Spendenkonten kommt weniger Geld an als bei vorherigen Katastrophen. Fußballvereine und Prominente unterstützen die Flutopfer großzügig, die breite Bevölkerung gibt sich zurückhaltend.

Sachspenden ja, Geldspenden na ja: Flutopfer in Deggendorf
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Sachspenden ja, Geldspenden na ja: Flutopfer in Deggendorf


Leipzig/Deggendorf - Nach der Flutkatastrophe in Ost- und Süddeutschland läuft die Spendenwelle an. Die betroffenen Städte und Gemeinden sammeln Geld und Alltagsgegenstände für Menschen, die im Hochwasser ihr Hab und Gut verloren haben.

In der vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Stadt Deggendorf stapeln sich die Sachspenden für die Hochwassergeschädigten. Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten, Duschgel liegen säuberlich aufgereiht in der Aula der Schule, Bäckereien bringen Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte der Leiter der Mittelschule, Robert Seif: "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen." Im vom Hochwasser ebenfalls stark betroffenen Passau bieten viele Firmen Rabattaktionen und Gutscheine für Hochwassergeschädigte an.

Viel Unterstützung gibt es auch aus dem deutschen Sport. Der FC Bayern München will für ein Benefiz-Fußballspiel in die hochwassergeschädigte Stadt kommen, 1860 München spielte bereits am Samstag für den guten Zweck in Deggendorf. Borussia Dortmund will ebenfalls mindestens 100.000 Euro aus den Einnahmen seines Saisoneröffnungsspiels am 6. Juli spenden.

Auch Ballack gibt Bares

Der Deutsche Olympische Sportbund gründete einen Hilfsfonds und stellt 100.000 Euro an Sofortmitteln zur Verfügung. Die Veranstalter und Teams der deutschen Tourenwagen Masters stiften den vom Hochwasser betroffenen Städten Meißen, Pirna und Herzberg je 100.000 Euro.

Auch einige Prominente haben inzwischen Hilfe für die Flutopfer zugesagt. Fußballer Michael Ballack will mindestens 100.000 Euro aus dem Erlös seines Abschiedsspiels in Leipzig spenden, Musiker Peter Maffay gibt 100.000 Euro aus den Einnahmen seines Konzerts in Leipzig.

Im Gegensatz dazu ist die Spendenbereitschaft der breiten Bevölkerung nicht so stark ausgeprägt wie beispielsweise nach dem Hochwasser 2002. "Damals gab es eine riesige Spendenwelle, 140 Millionen Euro Spenden gingen damals bei uns ein. So stark ist das diesmal nicht", sagte Stephanie Krone, Sprecherin des Bundesverbands des Deutschen Roten Kreuzes.

Auch auf dem Spendenkonto der Diakonie Mitteldeutschland kommen erst langsam Hilfsgelder an. "Bis jetzt lief da noch nicht so wahnsinnig viel ein", sagte ein Sprecher. "Wir erleben vor Ort aber eine große Unterstützungsbereitschaft und sind optimistisch, dass das bald auch in eine große Spendenbereitschaft umschlägt."

mhe/dpa

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insgesamt 376 Beiträge
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Seite 1
matthias_b. 08.06.2013
1. Geben
Um zu geben, muss man zunächst noch etwas haben.
RührDich 08.06.2013
2. Nichts mit Spenden.
Wozu auch ? Deutschland hat mega viel Geld. Wir stehen gegenwärtig mit siebenhunderttausend Millionen Euro in der EU im Feuer, davon sind rund vierzigtausend Millionen in Griechenland schon verloren. Wer derart fahrlässig Geld zu verschenken hat, ist auf keine Spenden angewiesen.Von niemandem.
smartphone 08.06.2013
3. Pauperisierung kommt an
Die Arbeitsmethoden der Wirtschaft im Gleichschritt mit der Politik kommt halt langsam aber nachhaltig an in einem Land mit 14 Mio Arbeitslosen........ Andererseits , Warum hat man aus 2002 nicht gelernt . Es ist das klar ,daß "irgendwann" wieder das Wasser kommt ..Also schon damals hätte man das ganze betroffene Areal renaturieren MÜSSEN.
kallebaah 08.06.2013
4. warum nicht...
... zypern, Griechenland und die 'Russenzyprioten' mal nach spenden fragen?
bertram260e 08.06.2013
5. Das überrascht...
...mich überhaupt nicht. 2002 war das noch etwas Ungewöhnliches, jetzt wird langsam klar, dass es sich um ein neues, aber regelmäßiges Wetterphänomen handelt. Wer spendet für verabsäumte Vorsorgemaßnahmen?
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