Hundepersönlichkeiten Mein Spielzeug, mein Fressnapf, meine Haarbürste?

Eine Bulldogge neben zerkauten Schuhen, ein Australien Shepherd mit Frisbee und Tennisbällen: Fotografin Alicia Rius zeigt Hunde mit Gegenständen, die etwas über deren Leben erzählen.

Alicia Rius

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Mit seinen 13 Jahren hat der Cocker-Spaniel-Mischling namens Magda bereits einiges hinter sich: unzählige Knochenbrüche, Tierarztbesuche, Operationen. Entsprechend zerzaust sieht er aus. Auch die Tabletten, Spritzen und Röntgenaufnahmen, die Fotografin Alicia Rius neben seinem Porträt drapierte, zeugen von dieser Krankengeschichte.

In ihrer Serie "A Dog's Life" zeigt Rius Hunde neben Gegenständen, die etwas über deren Persönlichkeit und Leben erzählen. Dazu suchte sie sechs verschiedene Rassen beziehungsweise Mischlinge aus, die ihr am besten gefielen oder die sich optisch sehr unterscheiden. Besonders ein Afghanischer Windhund war schwer zu finden: "Sie sind sehr selten, eine Woche vor dem Fotoshooting hatte ich noch keinen und drehte fast durch."

Um die Tiere kennenzulernen, sprach sie zunächst mit den Besitzern, schaute sich Fotos und Videos an. Sie wollte erfahren, was Halter und Hund zusammen machen, welches Spielzeug die Tiere gerne kauen und was ihre Lieblingsleckerlis sind, kurz: was die einzigartigen Persönlichkeiten der Vierbeiner ausmacht.

Zu ihren Modellen gehörte Bear, den sie neben eine Reihe von zerkauten Spielzeugen und Schuhen stellte. Rius sagt: "Englische Bulldoggen sind bekannt für ihre Sturheit und manchmal frustriert, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen. Wie lassen sie das raus? Indem sie alles kauen, was sie finden."

Fotostrecke

6  Bilder
Fotoprojekt: Was einen Hund ausmacht

Das Hab und Gut der Hunde kann dem Betrachter laut Rius einen tieferen Einblick in die Identität der Tiere geben. Zuerst wollte die Fotografin nur die wichtigsten Habseligkeiten der Vierbeiner zeigen, schnell wurde ihr aber klar, dass die meisten Hunde dieselben Gegenstände - wie Fressnapf oder Tennisbälle - besitzen. Daher weitete sie das Projekt aus. "Ich wollte zeigen, wie sie wirklich sind", sagt Rius.

Viele Tage lang wählte sie aus und arrangierte die Haarbürsten, Knochen und Medaillen. Um die Bilder noch stärker zu machen, fügte sie auch Gegenstände hinzu, die nicht dem jeweiligem Hund gehören, aber sein Leben illustrieren können. "Jedes Objekt spielt jetzt eine starke Rolle dabei, die Lebensgeschichte visuell zu erzählen."

Für Rius ist es einfacher, Hunde zu fotografieren als Menschen: "Sie verstellen sich nicht, sondern zeigen, wie sie wirklich sind." Ihr Trick, um das Vertrauen der Hunde zu gewinnen: "Ich habe immer Leckerlis dabei. So überzeuge ich sie, dass ich cool bin."

Dennoch war es nicht leicht, die Hunde dazu zu bringen, ruhig zu sitzen. Der Afghanische Windhund Zig machte die größten Probleme, obwohl er bereits an vielen Hundewettbewerben teilgenommen hatte: "Er war sehr nervös und schaute die ganze Zeit von den Kameras weg", sagt Rius. "Erst als wir ihn mit einem Haartrockner beruhigt haben, ist es mir endlich gelungen, tolle Bilder zu machen." Dieses Geräusch liebe der Hund nämlich über alles.

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