Eröffnung der Bayreuther Festspiele: Die Kanzlerin trägt Blau

Bayreuther Festspiele: Die Kanzlerin in Blau Fotos
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Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth - das heißt Polit-Prominenz in Gala-Garderobe. Viele Damen, darunter Kanzlerin Merkel, hatten Blautöne gewählt, nur Familienministerin Kristina Schröder kam in Rot. Merkel sprach von einem "schönen Abend".

Bayreuth - Bundeskanzlerin Angela Merkel war in einem blauen Kleid gekommen, das sie mit Blazer und Perlenkette kombinierte. Auch die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, Daniela Schadt, entschied sich für ein leuchtend blaues Kleid zur Eröffnung: Mit viel Prominenz sind am Donnerstag die 102. Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth eröffnet worden.

Nach dem Auftakt im Festspielhaus mit der Oper "Der fliegende Holländer" zeigten sich Gauck und Merkel sehr angetan. Er möge diese Oper, bekannte Gauck. Merkel sagte: "Es hat mir gut gefallen, es war ein schöner Abend."

Die musikalische Leitung lag bei Christian Thielemann, der großen Beifall erntete. Stammgast Merkel wurde von Ehemann Joachim Sauer begleitet. Als letzter offizieller Gast fuhr Gauck mit Lebensgefährtin Daniela Schadt auf dem Grünen Hügel vor. Das Staatsoberhaupt nahm sich viel Zeit für die Schaulustigen, die ihn mit freundlichem Applaus begrüßten, und schrieb Autogramme. "Es ist eine besondere Freude, hier zu sein", sagte er.

Die Festspielchefinnen zeigten sich nicht

Auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit Ehefrau Karin, Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit Lebenspartner Michael Mronz und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) mit Ehefrau Wiebke schritten bei strahlendem Sonnenschein über den roten Teppich. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) und Ehemann Ole zählten ebenfalls zu den Gästen.

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis erschien in einem kurzen schwarzen Kleid und trug weiße Handschuhe. Schauspielerin Veronica Ferres zeigte sich in einem lilafarbenen Kleid, begleitet wurde sie von ihrem Partner Carsten Maschmeyer. Die Festspiel-Chefinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier zeigten sich allerdings nicht vor dem Festspielhaus.

Das Rheingold an der Route 66

Mit Spannung wird im Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Richard Wagner (1813-1883) die neue "Ring"-Inszenierung von Frank Castorf erwartet. Der Intendant der Berliner Volksbühne gab am Donnerstag Einblicke in seine Interpretation. Zentral sei für ihn die Frage gewesen: "Was ist heute unser Gold?" Es sei das Öl. "Ohne Öl funktioniert nichts." Deshalb sei "Das Rheingold" - der Auftakt zum vierteiligen "Ring des Nibelungen" - an diesem Freitag an einer Tankstelle an der Route 66 in den USA angesiedelt, weitere Stationen des vierteiligen Zyklus seien Aserbaidschan und die Wall Street.

Die Bayreuther Festspiele dauern bis zum 28. August. Neben dem "Holländer" und dem "Ring", den Kirill Petrenko, der künftige Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, dirigieren wird, stehen noch "Tannhäuser" und "Lohengrin" auf dem Spielplan.

kha/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Die Prominenz ist ein Punkt,
bold_ 26.07.2013
---Zitat--- Merkel sprach von einem "schönen Abend". ---Zitatende--- der andere - und wohl wichtigere - Punkt ist die Aufführung des "Fliegenden Holländers" selbst. Ich habe sie im Fernsehen gesehen und das Urteil lautet "grenzwertig". Man kann Wagner natürlich immer wieder neu "erfinden" wollen. Manchmal funktioniert das auch. Diese Inszenierung war schlichtweg ungeeignet, der Schiffskasper albern und die Senta-Darstellerin ist nicht unbedingt der Idealtyp eines jungen Mädchens, in das man sich augenblicklich verliebt... Gibt es eigentlich keine deutschen SängerInnen mehr???
2. Warum nur in Bayreuth?
martin-kö 26.07.2013
Gewiß kann man mal Bayreuth und Richard Wagner beehren? Aber jedes Jahr, wie es Angela Merkel macht? Ich meine, es gibt noch andere Möglichkeiten, um das kulturelle Deutschland zu würdigen: die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Musikfestspiele Dresden, die Hersfelder Festspiele, das Europäische Musikfest in Stuttgart und, und, und . ! Deutschland hat mehr zu bieten als nur Bayreith, über das ja auch ein wenig die nur mäßig aufgearbeitete Verstrickung zu den Machthabern des Dritten Reichs lastet.
3. Frau Merkels Verbeugung
tulius-rex 26.07.2013
Jahr für Jahr sieht man hier Frau Merkels Verbeugung -mal mit, mal ohne Ausschnitt- vor der rechten und deutschnationalen Klientel ihrer Partei. Das ist -weiß Gott- die letzte von ihr noch nicht geschleifte pseudokonservative Position; allerdings muss sie hierfür keine Gegenleistung außer 5 Stunden Sitzfleisch auf hartem Stuhl in unzureichend klimatisiertem Saale opfern.
4. Sitzfleisch, mehr als genug
erlenstein 26.07.2013
Zitat von tulius-rexJahr für Jahr sieht man hier Frau Merkels Verbeugung -mal mit, mal ohne Ausschnitt- vor der rechten und deutschnationalen Klientel ihrer Partei. Das ist -weiß Gott- die letzte von ihr noch nicht geschleifte pseudokonservative Position; allerdings muss sie hierfür keine Gegenleistung außer 5 Stunden Sitzfleisch auf hartem Stuhl in unzureichend klimatisiertem Saale opfern.
Von wegen Opfern, nicht mal das! 1 Stunde Musik und dann 1 Stunde Pause, ich bitte Sie, das wünschte sich jeder deutsche Arbeiter ... Und Sitzfleisch, davon hat sich die Merkel schon lange mehr als genug an- und ausgesessen, da macht ihr auch ein harter Stuhl gar nichts mehr ....
5. Wagner
93160 26.07.2013
Nur aus Interesse. Hat Merkel Marine le Pen die Hand gereicht?
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