Massentrauung in Indien Multimillionär spendiert 111 vaterlosen Frauen Hochzeit

Ein indischer Diamantenhändler hat im Bundesstaat Gujarat die Hochzeit von 111 jungen Frauen ausgerichtet. Sie alle haben keinen Vater mehr und hätten sich eine Heirat ohne ihren Gönner wohl nie leisten können.

Massenhochzeit in Indien: Multimillionär  spendiert Feierlichkeiten
AFP

Massenhochzeit in Indien: Multimillionär spendiert Feierlichkeiten


Ahmedabad - Die Idee, armen Familien zu helfen, kam Maheshi Savani vor sechs Jahren. Damals war ein Mitarbeiter des indischen Diamantenhändlers und Multimillionärs gestorben, er hinterließ zwei Töchter - so erzählt es Savani. Nach dem Tod des Familienoberhauptes konnte sich die Familie eine Hochzeit der beiden Frauen nicht mehr leisten. Savani beschloss, mit seinem Geld die Feierlichkeiten auszurichten.

Doch bei den beiden Hochzeiten blieb es nicht. Inzwischen hat der 44-Jährige nach eigener Zählung 251 jungen Frauen, die keinen Vater mehr haben, eine Hochzeit spendiert. "Materielle Geschenke sind unwichtig, ich habe ihnen meinen Namen gegeben und werde meine Aufgabe als Brautvater bis zu meinem Lebensende erfüllen", sagte der Multimillionär.

Zum Wochenbeginn richtete Savani nun sogar eine Massenhochzeit für 111 vaterlose Frauen aus. Er sehe sich als "Ziehvater" der jungen Bräute, deren Familien zu arm seien, um ihnen eine Hochzeit zu bezahlen, sagte der Diamantenhändler der Nachrichtenagentur AFP vor Beginn der Feier in einer Schule des Bundesstaats Gujarat. Er übernehme nicht nur die Kosten für die Feier, sondern statte jede Braut auch mit einer Mitgift im Wert von knapp 6000 Euro aus, um ihnen den Start in das Eheleben zu erleichtern.

Was er für das große Fest zahlte, sagte er nicht.

jbe/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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skyrunner49 01.12.2014
1. Fantastisch!
Großartig, dass es solche Menschen gibt, die ihren Reichtum für etwas Sinnvolles verwenden, ohne erst einen Verein mit X mitarbeitern zu gründen.
merkur08 01.12.2014
2. Hoppla- Wenn man sich mit indischen Verhältnissen beschäftgt,.............
ist der Mann ein Heiliger. 6000 Euro sind in Indien ein Vermögen. Nicht umsonst sterben viele junge Bräute einen grausamen Tod, weil die Familie des Bräutigams mit der Mitgift nicht zufrieden ist. Da lob ich mir doch die christlichen Hinterlassenschaften in unsrer Gesellschaft, die jedem Menschen zumindest ein gewisses Auskommen garantiert. H 4 bekommt jeder. Als ich vor 20 Jahren das erste Mal unsere Zuliefererfirma in Hyderabad besuchte musste ich kurz aus dem Auto und mich fast übergeben. Nicht nur wegen der schlechten Luft, auch weil es vollkommen normal war, dass Leute auf Müllkippen gelebt haben, Bauarbeiter auf ihren Baustellen übernachtet haben. Tote auf der Strasse lagen, die niemand anfasste, weil sie unberührbare waren und des Stunden dauerte bis jemand kam und sie abtransportierte. Dass es nicht die Müllabfuhr war (obwohl, vielleicht doch, so ein Handkarren), hätte noch gefehlt. Und keiner muckte auf....Das Kastendenken ist in Indien immer noch allgegenwärtig.....
Georg_Alexander 01.12.2014
3. Was ist daran großartig?
Zitat von skyrunner49Großartig, dass es solche Menschen gibt, die ihren Reichtum für etwas Sinnvolles verwenden, ohne erst einen Verein mit X mitarbeitern zu gründen.
Die armen Frauen werden in die übliche Sklaverei bei den Schwiegereltern verkauft und genau da landet die Mitgift. Großartig wäre es gewesen, ihnen das Geld direkt zu geben, auf dass sie nicht mehr auf die traditionelle Ehe angewiesen sind!
valtental 01.12.2014
4. Anerkennenswert, und doch sinnlos versenktes Geld.
Da Zwangsverheiratung auf Mitgiftbasis in Indien immer noch dominierende Praxis ist, muss man schon fragen, was der "Gönner" eigentlich fördert, und ob die "beglückten" Frauen über die bezahlte Hochzeit sich wirklich freuen können. Der "Gönner" stabilisiert genau das System, was Jahr um Jahr viele Frauen in quasi Zwangsehen presst. Es gibt aber auch Inder, die ihre Geldmittel in modernere Lebensvorstellungen investieren. Einige finanzieren in Städten anonyme Unterkünfte, Zufluchtsstätten für durchgebrannte Liebespaare, die eine Liebeshochzeit einer Zwangsehe vorziehen, und vor ihren in diesem Fall schnell gewaltbereiten Familien untertauchen müssen. Wenn's ums Geld geht, hört bei denen die Liebe zu ihren Kindern oft auf.
lachina 01.12.2014
5. gut gemeint, aber ein Fehler...
statt einen indischen Pascha zu bedienen und lebenslanger Sklaverei bei der Schwiegerfamilie zu finanzieren, wäre das Geld besser in der Ausbildung der jungen Frauen oder Selbsständigkeit, Ladengeschäft oder ähnliches, angelegt.
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