Indien Yoga-Guru setzt Hungerstreik fort

Trotz seiner Vertreibung aus Neu-Delhi will der indische Yoga-Guru Baba Ramdev mit seinem Hungerstreik weiter gegen Korruption im Land protestieren. Den gewaltsamen Polizeieinsatz gegen ihn und seine Anhänger verurteilte er als "Schandfleck für die Demokratie".

AP

Neu-Delhi - Er wirft den indischen Politikern vor, dem Volk sein "hartverdientes Geld" zu stehlen: Der im ganzen Land bekannte Yoga-Guru Swami Baba Ramdev protestiert gegen Korruption in Indien - und will mit seinem Hungerstreik auch nach seiner Vertreibung aus der Hauptstadt Neu-Delhi fortfahren. Der Guru ist in die im Norden gelegene Stadt Haridwar gezogen und gab dort am Sonntag eine Pressekonferenz.

Gemeinsam mit Zehntausenden Unterstützern hatte Ramdev am Samstag mit dem Streik begonnen. Am Sonntag ging dann die Polizei mit Tränengas gegen die mehr als 40.000 Menschen vor. Grund sei gewesen, dass die vorliegende Erlaubnis für die Veranstaltung nur für 5000 Personen gegolten habe, sagte die Polizei. Aufgrund von Steinwürfen und einer anschließenden Massenpanik wurden Dutzende Demonstranten sowie einige Polizisten verletzt.

Ramdev nannte die Niederschlagung einen "Schandfleck für die Demokratie und eine Verschwörung, um mich zu töten". Auch zahlreiche Inder waren aufgebracht - es kam zu Protesten auf der Straße. Das oberste Gericht des Landes forderte am Montag von der Regierung eine Erklärung, warum die Polizei mit derartiger Härte gegen Ramdev und seine Anhänger vorgegangen war.

Der Yoga-Guru hat eine tägliche Morgenshow im Fernsehen und erreicht landesweit mehrere Millionen Anhänger. Er behauptet, Homosexualität, Krebserkrankungen und HIV-Infektionen durch Yoga "heilen" zu können.

Die indische Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh war im vergangenen Jahr in eine Reihe von Korruptionsskandalen verstrickt gewesen. Sie geriet durch die aufsehenerregende Aktion von Ramdev unter gehörigen Druck und versprach am Samstag, die Höchststrafe für Korruptionsvergehen "merklich zu erhöhen". Zudem kündigte sie beschleunigte Gerichtsverfahren an.

siu/dapd/Reuters

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