Rapper Kollegah "In meiner Welt sind Rassismus und Antisemitismus so was von absurd"

Mit antisemitischen Zeilen hat Kollegah einen Skandal ausgelöst. Nach einem Besuch in Auschwitz gab sich der Rapper geläutert, sorgte später aber erneut für Aufregung. Nun ist er in einem Interview zurückgerudert.

Rapper Kollegah (Archivbild)
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Rapper Kollegah (Archivbild)


Der Rapper Kollegah weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück. "Für mich macht Rassismus oder jegliche Form von Diskriminierung einer Menschengruppe aufgrund von Ethnie, Hautfarbe, Religion oder sonstigen Eigenschaften überhaupt gar keinen Sinn", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "In meiner Welt sind Rassismus und Antisemitismus so was von absurd. Das geht komplett gegen mein Verständnis von der Welt."

Kollegah und der Rapper Farid Bang waren trotz Antisemitismusvorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Besonders die Liedzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" rief Kritik hervor. Die Verleihung des Echo an die beiden Rapper löste einen Skandal aus, der schließlich zu seiner Abschaffung führte (lesen Sie hier mehr darüber).

Seit einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz gibt Kollegah sich geläutert. "Ich werde so etwas nie wieder benutzen", sagte Kollegah dem "Stern" auf die Frage, ob "Auschwitz" und "Holocaust" für Rap-Zeilen geeignet seien.

Die Rapper Kollegah (l.) und Farid Bang in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz
Bernd Oertwig/Iak/Internationales Auschwitz Komitee/dpa

Die Rapper Kollegah (l.) und Farid Bang in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Seine "grundsätzliche Sensibilität gegenüber dem Holocaust, aber auch vergleichbaren Ereignissen in der Geschichte" sei gewachsen, sagte er nun in dem neuen Interview. Wie groß die Sensibilität tatsächlich ist, erscheint angesichts einer Äußerung in einem Interview fraglich.

Im Gespräch mit "hiphop.de" hatte er die Ermordung von sechs Millionen Juden kürzlich mit der Situation in den Palästinensergebieten verglichen und damit eine neue Empörungswelle losgetreten. Den Holocaust relativiere er damit nicht, sagte er im Interview. Sein Vergleich habe sich rein auf das Töten unschuldiger Menschen bezogen.

jpz/dpa



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