Sklavenarbeit Entschädigung für Opfer der irischen Magdalenenheime

Die irische Regierung will Hunderte Frauen entschädigen, die in den Magdalenenheimen zur Arbeit gezwungen wurden. Justizminister Shatter entschuldigte sich bei den Opfern. Für die Zahlungen stehen demnach mindestens 34,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Protestaktion im Februar: Mindestens 34,5 Millionen für Entschädigungen
AP

Protestaktion im Februar: Mindestens 34,5 Millionen für Entschädigungen


Dublin - Irland entschädigt die Opfer der Magdalenenheime. In den katholischen Einrichtungen wurden zwischen 1922 und 1996 mehr als 10.000 Frauen zu unbezahlter Arbeit gezwungen. Viele mussten wie Sklavinnen in den Wäschereien der Heime schuften.

Für ihre Leidenszeit sollen die Frauen nun jeweils bis zu 100.000 Euro erhalten, darüber hinaus eine staatliche Rente und kostenlose Krankenversorgung. Justizminister Alan Shatter entschuldigte sich noch einmal bei den Opfern dafür, dass es so lange gedauert habe.

Die nun angebotenen Hilfen seien Ausdruck des aufrichtigen Bedauerns der irischen Regierung, in der Vergangenheit versagt zu haben. Für die Hilfen stünden mindestens 34,5 Millionen Euro bereit. Wenn sich alle noch lebenden Opfer melden würden, könnten bis zu 58 Millionen Euro ausgeschüttet werden.

Von einem schon seit 2002 existierenden Entschädigungsprogramm für Missbrauchsopfer in anderen katholischen Einrichtungen waren die Magdalenenheime bislang ausgeschlossen. Die Regierung hatte damals entschieden, dass die Wäschereien privat betriebene Institutionen gewesen seien und der Staat demnach keine Verantwortung trage. Eine Untersuchungskommission hatte im Februar in ihrem Bericht jedoch dieser Darstellung widersprochen: Die Regierung hatte demnach auch die Aufsichtspflicht über die Magdalenenheime.

Der mehr als 1000 Seiten lange Untersuchungsbericht hatte das gesamte Ausmaß des Falls belegt und die schändlichen Zustände in den von Nonnen geführten Heimen angeprangert. Dorthin seien unter anderem sogenannte gefallene Mädchen abgeschoben worden - ungewollt oder unehelich schwanger gewordene Frauen, die im streng katholischen Irland geächtet waren. Außerdem hätten zum Teil Amtsträger verarmte oder obdachlose Frauen ohne Familie in den Einrichtungen interniert.

Im Anschluss an die Veröffentlichung des Berichts hatte sich bereits Irlands Premierminister Enda Kenny bei den Opfern in aller Form entschuldigt.

usp/Reuters/AP



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