IS-Terror Papst fordert mehr Schutz für verfolgte Christen

Papst Franziskus hat dazu aufgerufen, Christen im Irak und in Syrien vor Gewalt und Vertreibung zu schützen. Die internationale Gemeinschaft müsse angemessen auf den Terror der IS-Miliz antworten.

Papst Franziskus vor Kardinälen auf dem Konsistorium in Rom
AP

Papst Franziskus vor Kardinälen auf dem Konsistorium in Rom


Rom - Für den Papst ist ein Naher Osten ohne Christen undenkbar. Auf einem direkt an die große Familiensynode anschließenden Treffen mit katholischen Kirchenvertretern in Rom betonte Franziskus, wie sehr ihm die Situation verfolgter Christen in Syrien und dem Irak am Herzen liege.

Das brutale Vorgehen der IS-Miliz sei ein "in seinen Dimensionen unvorstellbares" Phänomen. Das Bewusstsein über den Wert des menschlichen Lebens sei verloren gegangen, "der Mensch zählt nicht und wird für andere Interessen geopfert", sagte der Pontifex. Diese Situation erfordere "eine angemessene Antwort der internationalen Gemeinschaft". Auch die Führer der christlichen Kirchen sind aufgefordert, "Vorschläge zu machen, wie man unseren Brüdern helfen kann, die leiden".

Das Treffen, ein sogenanntes Konsistorium, wurde laut Radio Vatikan eigens auf den Tag nach Ende der Familiensynode gelegt, um eine möglichst breite Teilnahme zu ermöglichen. Bereits Anfang des Monats hatte Franziskus die Vatikan-Botschafter aus dem Nahen Osten nach Rom gebeten, um über die Lage zu beraten.

"Die Kirche kann angesichts der Verfolgung nicht schweigen", sagte Kardinalstaatssekretär Piero Parolin. Er ermahnte Christen im Nahen Osten, sich nicht mit den örtlichen Behörden einzulassen, die Diktaturen nicht zu unterstützen, sondern sich für mehr Demokratie einzusetzen. Es sei überdies unverzichtbar, alle zur Verantwortung zu ziehen, die terroristische Aktivitäten des "Islamischen Staates" unterstützten - sei es politisch oder mit Waffen- und Rohstofflieferungen.

ala/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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4magda 20.10.2014
1.
Würde die Menschheit die biologische Masse "Mensch" als das betrachten was es biologisch ist, dann bräuchten wir keine "Glaubenswahrheiten" und "Glaubenskrieger". Und der "Mensch-Christ" bräuchte nicht vor dem "Mensch-Moslem" oder wie auch immer geschützt werden.
tantew 20.10.2014
2. Thema verfehlt,
lieber Papst: es sind nicht Christen, die von IS brutalst möglich hingeschlachtet werden, sondern Menschen (von denen die allermeisten keine Christen sind!)
m.ohler 20.10.2014
3. Lieber tantew,
wenn man sich die Zahlen vor allem der im Irak, aber auch der in Syrien lebenden Christen von vor 15 Jahren anguckt und dann mit den heutigen vergleicht, dann haben wohl doch eher Sie das Thema verfehlt. (Dazu ein Beispiel von vielen: http://www.deutschlandfunk.de/orientalische-christen-massenexodus-aus-dem-irak-und-syrien.886.de.html?dram:article_id=295150)
tantew 20.10.2014
4.
Zitat von m.ohlerwenn man sich die Zahlen vor allem der im Irak, aber auch der in Syrien lebenden Christen von vor 15 Jahren anguckt und dann mit den heutigen vergleicht, dann haben wohl doch eher Sie das Thema verfehlt. (Dazu ein Beispiel von vielen: http://www.deutschlandfunk.de/orientalische-christen-massenexodus-aus-dem-irak-und-syrien.886.de.html?dram:article_id=295150)
Wir reden hier über IS, die es vor 15 Jahren noch nicht gab. Unter den aktuell von IS Getöteten sind in der Mehrzahl alles andere als Christen (die meisten sind Moslems). Und selbst wenn die Christen in der Überzahl wären: warum sollten Christen ein größeres Recht auf Eingriff zu ihrem Schutz haben als Nichtchristen? Die Stelle in der Bibel, die ja dann wohl zur Argumentation herangezogen werden müsste, möchte ich gerne sehen - wenn es eine solche gäbe, dann hätte das Christentum in meinen Augen seine letzte Existenzberechtigung verloren!
Ich_sag_mal 20.10.2014
5. Lieber tantew
Wo kaum noch Christen sind, können auch keine hingeschlachtet werden. Aber sonst ist ihr Beitrag zeitlich und politisch korrekt. In Nigeria ist auch nicht die IS, es ist Boko Haram.
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