Islam in Deutschland Bischöfin plädiert für Moscheesteuer

Moscheen sollten sich in Deutschland wie Kirchen organisieren, fordert die evangelische Bischöfin Junkermann. Der Staat habe ein Interesse daran, "dass Religiosität nicht im Hinterhof stattfindet".

Minarett und Kirchturm in Usingen
DPA

Minarett und Kirchturm in Usingen


Die evangelische Bischöfin Ilse Junkermann befürwortet eine Kirchensteuer für Muslime. Wenn die muslimischen Organisationen ähnlich wie die Kirchen organisiert wären, könnten sie eine solche Steuer erheben und damit auch Transparenz schaffen, sagte Junkermann dem MDR.

"Gerade in Zeiten religiöser Pluralisierung muss der Staat ein Interesse daran haben, dass Religiosität nicht im Hinterhof oder in den Vereinsheimen stattfindet", so die Bischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland.

Die islamische Religionszugehörigkeit wird im Gegensatz zur christlichen in Deutschland nicht zentral erfasst. Nach Schätzungen leben etwa vier Millionen Muslime in Deutschland.

Im April hatte der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan zur Finanzierung des muslimischen Lebens in Deutschland die Einführung einer Art Kirchensteuer für Muslime vorgeschlagen. Vorausgegangen war die Forderung des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer, die Finanzierung deutscher Moscheen aus dem Ausland zu verbieten.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Moscheesteuer:

hut/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.