Italien 18-Jähriger verbrennt in Migrantenlager

Bei einem Feuer in einem süditalienischen Migrantenlager ist ein Mann ums Leben gekommen. Es war nicht das erste Mal, dass in der umstrittenen Einrichtung ein Mensch verbrannte.

Zeltlager im süditalienischen San Ferdinando
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Zeltlager im süditalienischen San Ferdinando


Die Barackensiedlung in der Gemeinde San Ferdinando hat einen schlechten Ruf. Hunderte von Zugereisten leben hier unter prekären Bedingungen. Jetzt hat das Lager im süditalienischen Kalabrien erneut Negativschlagzeilen gemacht: Am Samstagabend verbrannte hier ein junger Mann aus Gambia.

Ersten Berichten zufolge soll ein Feuer, an dem sich einige Migranten wärmen wollten, außer Kontrolle geraten sein. Der 18-jährige Suruwa Jaithe habe im Schlaf wahrscheinlich nichts von den Flammen bemerkt, so die Vermutung. Er soll selbst nicht in dem Lager gelebt, aber dort Freunde besucht haben, berichtete die römische Zeitung "Repubblica". Die Feuerwehr löschte den Brand, Carabinieri und Polizei waren vor Ort.

Es war nicht das erste Mal, dass in San Ferdinando ein Feuer ausbrach. Am 27. Januar 2017 zerstörte ein heftiger Brand 200 Baracken. Eine 26-Jährige aus Niger starb, eine weitere junge Frau wurde schwer verletzt. Menschenrechtsorganisationen weisen seit Jahren auf die unhaltbaren Zustände in San Ferdinando hin. Viele Migranten kommen im Winter in die Gegend nordöstlich von Reggio Calabria, um für Hungerlöhne Orangen und andere Zitrusfrüchte zu ernten.

Im Juli hatte der gegen illegale Einwanderung kämpfende und immer wieder mit rassistischen Provokationen auffallende Innenminister Matteo Salvini von der Lega Nord das Migrantenlager besucht. "Eine Migrationspolitik nach dem Motto 'Kommt alle rein' schafft viele San Ferdinandos", sagte Salvini damals. Er wolle am Ende seiner Amtszeit nicht mehr in das Migrantenlager zurückkehren müssen.

Italien und Malta verweigern Bootsflüchtlingen Einreise

Italien hat seine Häfen für Migranten weitestgehend geschlossen. Auch Malta hat Schiffen mit Flüchtlingen mehrmals die Einfahrt untersagt. Beide Länder pochen darauf, dass ankommende Migranten in Europa verteilt werden sollen.

Aus diesem Grund war ein spanisches Fischerboot mit Migranten an Bord mehr als eine Woche auf dem Mittelmeer unterwegs, bis es doch noch in Malta anlegen durfte. Die elf Menschen auf dem Schiff dürften auf der Insel an Land, teilte die spanische Vize-Regierungschefin Carmen Calvo am Sonntag in Madrid mit. Die spanische Regierung habe vom ersten Tag an dafür gearbeitet, dass das Schiff in den nächstgelegenen und sicheren Hafen einfahren kann.

Innenminister Matteo Salvini im Gespräch mit Migranten in San Ferdinando (Archivbild)
AP

Innenminister Matteo Salvini im Gespräch mit Migranten in San Ferdinando (Archivbild)

ala/dpa



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