Entrüstung in Italien Priester nimmt Auszeit nach frauenfeindlichem Text 

Mit einem frauenfeindlichen Traktat hat ein italienischer Dorfpriester einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In einem Aushang hatte er Frauen unterstellt, mit leichter Bekleidung Gewalt zu provozieren. Nun hat der Geistliche eine "Auszeit" genommen.


Hamburg - An Weihnachten hatte Don Piero Corsi einen Aushang an seine Kirche genagelt, in dem er eine Verbindung zwischen der leichten Bekleidung von Frauen und Gewalt herstellte. "Die Frauen, die mit ihrer knappen Bekleidung provozieren, die sich von dem tugendhaften Leben und der Familie entfernen, provozieren die Instinkte und sollten ihr Gewissen überprüfen und sich fragen: 'Vielleicht legen wir es darauf an?'", hieß es in dem Text des Priesters aus dem Dorf San Terenzo.

Das frauenfeindliche Traktat löste umgehend einen Sturm der Entrüstung in der 1200-Einwohner-Gemeinde an der ligurischen Küste und in ganz Italien aus. Der für Pieros Gemeinde zuständige Bischof Ernesto Palletti forderte den Priester auf, sein Traktat zurückzunehmen. Die Äußerung verletzte die allgemeine Ansicht, nach der Gewalt gegen Frauen zu verurteilen sei.

Am Donnerstag entschuldigte sich Don Piero endlich. Er wolle nun eine "Auszeit" außerhalb seiner Pfarrgemeinde nehmen. In einem Gespräch mit dem Fernsehkanal der Diözese dementierte er allerdings, eine E-Mail an Pressevertreter geschickt zu haben, in der er die Niederlegung seines Amts infolge einer "unvorsichtigen Provokation" angekündigt habe. Auch das Bistum bestritt, dass Piero dem Bischof eine solche Absicht kundgetan habe.

In Italien wurden 2012 Pressestatistiken zufolge 118 Frauen ermordet, deutlich mehr als in den Vorjahren.

siu/AFP

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