Italien Tote und Verletzte bei Erdbeben auf Ischia

Auf der italienischen Insel Ischia ist es zu einem Erdbeben gekommen: Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, weitere wurden verletzt. Der Rettungseinsatz dauert an.

AFP/ Vigili del Fuoco

Ein Erdbeben hat die italienische Urlaubsinsel Ischia erschüttert. Der Erdstoß der Stärke 4,0 habe die Insel vor Neapel am Montagabend gegen 21 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Sie hatte die Stärke zuvor mit 3,6 angegeben. Das Zentrum lag demnach in zehn Kilometer Tiefe. Es wurden 14 Nachbeben registriert.

Eine Frau sei von den Trümmern einer Kirche erschlagen worden, teilte der Zivilschutz in der Nacht zu Dienstag mit und bestätigte entsprechende Medienberichte. Wenige Stunden später wurde eine zweite Frau tot unter einem eingestürzten Haus gefunden.

Mindestens sechs Menschen konnten aus eingestürzten Gebäuden gerettet werden, teilte der Zivilschutz mit. 39 Menschen sollen verletzt worden sein.

Medienberichten zufolge wurden sieben Mitglieder einer Familie verschüttet. Während die Erwachsenen rasch befreit werden konnten, gestaltete sich die Rettung der drei Kinder schwierig. Nach mehreren Stunden gelang es den Helfern, ein sieben Monate altes Baby zu retten. Anschließend bemühten sich die Einsatzkräfte weiter, zu den beiden verschütteten Brüdern des kleinen Pasquale vorzudringen.

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Italien: Erdbeben erschüttert Urlaubsinsel Ischia

Besonders betroffen waren den offiziellen Angaben zufolge die Gemeinde Casamicciola Terme und der Ort Lacco Ameno im Norden der Insel. Fotos zeigten eingestürzte Häuser und Menschen auf der Straße. Touristen und Bewohner seien in Panik nach draußen gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch sollen mancherorts der Strom ausgefallen und Hotels geräumt worden sein.

"Es war sehr stark und sehr furchterregend. Ich habe gehört, dass Menschen gestorben sind", sagte die Gemeinderätin Donatella Migliaccio. Der Zivilschutz berief ein Sondertreffen ein. Schiffe und Hubschrauber wurden bereitgestellt, um Verletzte ans Festland zu bringen.

Auch das einzige Krankenhaus der Insel wurde von dem Erdbeben getroffen und musste zwischenzeitlich teilweise evakuiert werden. Die Verletzten konnten in einer provisorischen Einrichtung behandelt werden. Fünf Patienten der beschädigten Klinik wurden per Hubschrauber in ein anderes Krankenhaus gebracht.

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor einem Jahr starben in der Region um die Stadt Amatrice fast 300 Menschen. Ischia ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub.

aar/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
krustentier120 22.08.2017
1. Schnelle Hilfe
Bin gerade gestern in Amatrice vorbei gekommen. Die Stadt liegt immernoch in Trümmern. Man kann nur hoffen, das den Betroffenen möglichst schnell geholfen wird! Ich erinnere mich an Berlusconis Spruch zu den Opfern des Erdbebens 2009: Seht es als Campingausflug!
Phi-Kappa 22.08.2017
2. Stärke 4
Wie ein Beben der Stärke 4 - das ist nur ein Tausendstel so stark wie eines der Stärke 7 - solche Schäden anrichten kann, ist mir unklar. Was ist da los in Italien, was sind das bloß für Bauten?
spaceagency 22.08.2017
3. Erdbeben - Vulkane
ob ein Erdbeben 4.0 oder 6.0 aufvder Richterskala hat sagt nur etwas über die Energie aus, nicht aber über die Dauer und die Art. Ischia ist eine Vulkaninsel und ist daher schon geologisch interessant und anders. Es gibt horizontale, vertikale und wellenförmige Beben. Wie lange dauerte es? Bevor erdbebenfreie Deutsche auf Italien zeigen und urteilen sollte man etwas mehr wissen und kennen
spaceagency 22.08.2017
4. Schnelle Hilfe
zu Kommentar 1. Alle Bewohner von Ammatrice werden in fertig Häuser aus Holz untergebracht. Das Programm wird gerade beendet in diesen Wochen. Es geht immerhin um 3500 Häuser. Ammatrice muss abgerissen und entsorgt und wiederaufgebaut werden. Es gibt dort erstens persönliche Gegenstände und Kunstwerke. Da fährt man nicht einfach mit einem Bagger rein. Abgesehen davon müssen Deponien entstehen wo man das Material entsorgt. Das ist alles nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Abgesehn davon geht es nicht um einen einzigen Ort sondern um eine ganze Region. Wie schnell Deutschland ist sieht man bei den G20 Hilfen oder gerade bei der skandalösen Unterbrechung der wichtigsten Verkehrsachse Europas die gerade die Schweiz und Italien von Rotterdam abschneidet....
spaceagency 22.08.2017
5. in 5 km Tiefe und nah der Insel
das Beben war in geringer Tiefe von 5 km im Meer vor der Vulkaninsel.
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