Italien Zugunglück bei Bari - Tote und Verletzte

Bei einem schweren Unglück in Süditalien sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt. Zwei Züge waren frontal ineinander gefahren.

REUTERS

Zwei Regionalzüge sind nördlich der Stadt Bari frontal zusammengestoßen. Mindestens 20 Menschen seien bei dem Unglück in der Region Apulien getötet worden, sagte der Vizepräsident der betroffenen Provinz. Dutzende Menschen wurden verletzt. Warum die Züge gegen 11.30 Uhr auf offener Strecke zwischen zwischen Corato und Andria zusammenstießen, ist offen.

Blechteile wurden viele Meter weit durch die Luft geschleudert, die Wucht des Aufpralls war immens: Auf einer Luftaufnahme ist zu sehen, dass zwei Waggons vollkommen zerstört wurden. "Es ist eine Katastrophe, als ob ein Flugzeug abgestürzt wäre", schrieb der Bürgermeister von Corato, Massimo Mazzilli, auf seinem Facebook-Account und veröffentlichte Fotos von der Unfallstelle.

"Ich glaube, es sind viele Tote", sagte der Leiter der Verkehrspolizei von Andria, Riccardo Zingaro, der Nachrichtenagentur Ansa. "Es hat einen frontalen Zusammenprall auf einem Gleis gegeben, einige Waggons sind komplett zusammengefaltet." Ersten Meldungen zufolge waren an Bord der beiden Regionalzüge vor allem Pendler.

Feuerwehr und Zivilschutz sind dabei, Passagiere aus den Trümmern zu ziehen. Mehrere von ihnen sollen in den Waggons eingeklemmt sein. Auch Vertreter des Verkehrsministeriums sind vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen und zu klären, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Wie die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtete, wurde auch ein kleines Kind verletzt und per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen sind zahlreiche Angehörige am Unfallort eingetroffen. Auf Twitter wird unter #Puglia zu Blutspenden aufgerufen.

Italiens Premierminister Matteo Renzi nannte das Unglück der Nachrichtenagentur AP zufolge einen "Moment der Tränen". Der Zugbetreiber richtete auf der von vielen Menschen benutzten Strecke einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Die italienische Staatsbahn FS erklärte, beide Regionalzüge würden von demselbem Unternehmen betrieben, der in Bari ansässigen Ferrotramviaria. Ihre etwa 20 Züge verbinden die Hauptstadt der Region Apulien mit Städten im Norden und dem Flughafen.

Das letzte schwere Zugunglück in Italien ereignete sich im Jahr 2009, als ein Güterzug in Viareggio entgleiste und 30 Anwohner durch ein von dem Unglück verursachtes Feuer zu Tode kamen.

Rettungskräfte am Einsatzort
ROPI

Rettungskräfte am Einsatzort

apr/ala/cnn/Reuters/AP/dpa

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