ThemaDie 2000erRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Jahrzehnt des Hoaxing Unglaublich, aber falsch

7. Teil: Der erfundene Wilhelm Guttenberg


Mit einer Fälschung im Online-Lexikon Wikipedia sorgt ein Unbekannter Anfang des Jahres für große Aufregung in der deutschen Medienlandschaft. Dabei ändert er nicht viel - er fügt nur sieben kleine Buchstaben zu einem Eintrag hinzu.

"Müssen wir uns diesen Namen merken?", fragt die "Bild"-Zeitung am 10. Februar auf der Titelseite. Über einem Foto des damals neuen Wirtschaftsministers zu Guttenberg stand dessen kompletter Name geschrieben: "Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg".

Die Antwort: Nein, in dieser Form muss man sich den Namen nicht merken.

Denn Guttenberg heißt nicht Wilhelm mit Vornamen. Diesen Zusatz hat der Unbekannte in den Wikipedia-Eintrag geschmuggelt. Und von dort nimmt das Unglück seinen Lauf, auch SPIEGEL ONLINE lässt sich täuschen.

Innerhalb kurzer Zeit taucht der falsche Name in zahlreichen wichtigen deutschen Medien auf. Wenn der Urheber den Scherz nicht anonym aufgelöst und Guttenberg die richtige Version bestätigt hätte - wer weiß, wie lange der falsche Wilhelm noch sein Unwesen getrieben hätte.

Der CSU-Politiker nahm die ganze Verwirrung übrigens ziemlich gelassen.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 11 Beiträge
Strichnid 17.12.2009
Ich hab mir da eine Regel erstellt: Je unglaublicher eine Nachricht mit belanglosem Inhalt klingt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie erfunden ist. Umgekehrt verhält es sich mit unglaublich klingenden Nachrichten, die [...]
Ich hab mir da eine Regel erstellt: Je unglaublicher eine Nachricht mit belanglosem Inhalt klingt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie erfunden ist. Umgekehrt verhält es sich mit unglaublich klingenden Nachrichten, die Relevanz versprechen. Zum Beispiel die von den vier hessischen Steuerfahndern, die mit Hilfe eines Psychiaters kalt gestellt wurden, weil sie zu erfolgreich den großen Frankfurter Banken Steuerbetrug nachweisen konnten. Und? Jemand deshalb zurückgetreten? Irgendeine Kampagne eines großen Nachrichtenmagazins, wie das früher bei sowas üblich und auch zielführend gewesen wäre? Fehlanzeige. Stattdessen hat SpiegelOnline noch vor Politik und Wirtschaft stets die Headlines der "Panorama"-Rubrik, wo die im Artikel erwähnten Hoaxes stets ebenso ungeprüft übernommen werden wie anderswo. Wie wär's mal wieder mit investigativem Qualitätsjournalismus?
billy pilgrim 17.12.2009
tough luck... Soll man der Regierung glauben, die einen nachweislich belogen hat, oder den Regierungsgegnern, die nachweislich jedes Mittel benutzen, um die Regierung des Lügens zu überführen... Alle Bilder lügen, immer.
Zitat von sysopGeorge W. Bush: zu dumm zum Lesen. Da sitzt er neben einem Schulmädchen und hält das Buch verkehrtrum. Ein Bild, das um die Welt ging - und eine Fälschung war.
tough luck... Soll man der Regierung glauben, die einen nachweislich belogen hat, oder den Regierungsgegnern, die nachweislich jedes Mittel benutzen, um die Regierung des Lügens zu überführen... Alle Bilder lügen, immer.
parasympathikus 17.12.2009
Ich musste schmunzeln beim Lesen. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass die brennende Amy W. und die Bonsaikittens sogar bei uns im Fernsehen verbreitet wurden (Viva bzw Pro7?!?)!
Ich musste schmunzeln beim Lesen. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass die brennende Amy W. und die Bonsaikittens sogar bei uns im Fernsehen verbreitet wurden (Viva bzw Pro7?!?)!
cosmo72 17.12.2009
also viele der Qualitätsjournalisten drucken hier auch mal gerne ein Bild von einem Flugzeugträger ab, und schreiben USS Cole darunter - der eine etwas ander Schiffsklasse mit nicht jet-landbarem Deck darstellt ... oder [...]
also viele der Qualitätsjournalisten drucken hier auch mal gerne ein Bild von einem Flugzeugträger ab, und schreiben USS Cole darunter - der eine etwas ander Schiffsklasse mit nicht jet-landbarem Deck darstellt ... oder schreiben eine Artikel über "A Little Night Music" und veröffentlichen den in der ersten Version mit DREI NENNUNGEN - a little LIGHT Music - mit dem selben Bild im Hintergrund in dem der Titel 2 mal vollständig und richtig zu erkennen war ... http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,667156,00.html wer im glashaus ....
Zephira 17.12.2009
Ein wunderbares Beispiel für Internetphilosophie. Im Cyberspace ist der objektive Wahrheitsgehalt vollkommen irrelevant, es geht allein um den Unterhaltungswert. Die Offline-Welt jedoch kriegt diesen Gedankenschritt nicht hin, sie [...]
Ein wunderbares Beispiel für Internetphilosophie. Im Cyberspace ist der objektive Wahrheitsgehalt vollkommen irrelevant, es geht allein um den Unterhaltungswert. Die Offline-Welt jedoch kriegt diesen Gedankenschritt nicht hin, sie muss etwas gleich für bare Münze nehmen...
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Gesellschaft
alles zum Thema Die 2000er

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP