Kingston - George Facey war etwa drei Seemeilen vor der Küste Südjamaikas mit seinem Fischerboot unterwegs, als er unvermutet von einem Hai angegriffen wurde. Das Tier soll knapp fünf Meter lang gewesen sein und den 68-Jährigen mehrfach gebissen haben. Noch während der Raubfisch seine Kreise zog, gelang es in der Nähe fischenden Kollegen des Opfers, Facey aus dem Wasser zu ziehen. Für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Einer der Fischer, Anthony Daley, sagte der Zeitung "The Jamaica Gleaner", dass es der größte Hai gewesen sei, den er je gesehen habe. Er nannte das Tier einen "Teufelshai". Es wird vermutet, dass es sich um einen Tigerhai handelte.
Facey stammte aus der westjamaikanischen Stadt Savanna-la-Mar und war vor dem Ort Old Harbour Bay unterwegs. "Das ist schrecklich und ein großer Schock", sagte Compton Campbell, ein Freund des Toten. Facey sei ein guter Mensch und Christ gewesen.
Die Gründerin der örtlichen "Caribbean Coastal Area Management Foundation", Ingrid Parchment, erklärte, sie könne sich nicht erinnern, dass es je eine tödliche Hai-Attacke in den Gewässern Jamaicas gegeben habe. "Haie sind hier keine große Bedrohung", sagte sie.
Wenn es zu Angriffen kommt, sind fast immer Fischer betroffen, die weit vor der Küste unterwegs sind. Anfang des Jahres wurde ein 18-Jähriger nahe Black River im Süden Jamaikas schwer verletzt.
Weltweit wurden laut Erhebungen der Universität Florida im vergangenen Jahr 80 Menschen von Haien angegriffen. Sieben von ihnen starben. Von 2001 bis 2010 waren im Durchschnitt vier Opfer pro Jahr zu beklagen. 2010 fand die Polizei auf den Bahamas menschliche Überreste im Magen eines 3,6 Meter langen Tigerhais, den man vor den Exuma Inseln gefangen hatte. Das Naturschutzgebiet ist bei Tauchern und Seglern beliebt.
ala/AP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gesellschaft | RSS |
| alles zum Thema Jamaika | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH