Cannabis-Konsum Jamaika lockert seine Drogengesetze

Die Regierung in Jamaica passt das Drogengesetz der Lebenswirklichkeit an: Künftig wird nicht mehr festgenommen, wer kleine Mengen Marihuana konsumiert. Politikern zufolge sollen vor allem "arme, junge Männer" profitieren.

Joint: In Jamaika droht künftig eine Geldbuße statt einer Festnahme
DPA

Joint: In Jamaika droht künftig eine Geldbuße statt einer Festnahme


Kingston - Das Parlament in Jamaikas Hauptstadt Kingston hat einer Gesetzesänderung zugestimmt, die den Besitz von bis zu zwei Unzen Cannabis, also 57 Gramm, nur noch als Ordnungswidrigkeit einstuft. Das heißt: Wer diese Menge Gras bei sich hat, muss nicht mehr mit einer Festnahme, sondern bloß mit einer Geldbuße rechnen. Das Rauchen an öffentlichen Plätzen bleibt allerdings verboten.

Der Gebrauch von Marihuana für religiöse, medizinische, wissenschaftliche und therapeutische Zwecke soll laut dem neuen Gesetz sogar legal sein. Der Anbau und Verkauf von Hanf und Marihuana für medizinische Zwecke wird über Lizenzen geregelt.

Die neue Regelung beseitige unnötige Spannungen zwischen Bürgern und der Polizei, sagte Jamaikas Minister für nationale Sicherheit, Peter Bunting. Nach 38-jährigen Diskussionen im Parlament werde nun endlich dafür gesorgt, dass junge Leute nicht mehr grundlos vorbestraft würden. Die meisten Betroffenen seien "arme, junge Männer", die wegen eines "kleinen Joints" kriminalisiert würden.

In Jamaika ist Cannabis-Konsum vor allem in der Rastafari-Kultur weit verbreitet. Die religiöse Bewegung mit afrikanischen Wurzeln fordert seit langem eine Legalisierung. Laut der Zeitung "Jamaica Observer" wurde das Gesetz Anfang Februar bereits vom Senat gebilligt. Die Regierung hatte die Reform Mitte 2014 angestoßen.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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hermannheester 25.02.2015
1. Die Normalität in Gesetze gegossen
Jamaica ist ein Land, wo die Lebensart durch Armutund Not zumindest gravierend mit-bestimmt wurde und wird. Da ist es kein wirkliches Wunder, wenn auch der Genuss von Drogen den Hunger hier und da zum Schweigen bringt. Eine Regierung, die die Armut "erleichtert" statt sie zu bekämpfen, dürfte kaum vorbildlich sein.
Jurx 25.02.2015
2. Wenn das Bob Marley noch miterlebt hätte
Ich habe das sowieso nie verstanden, dass in einem Land wie Jamaica, in dem das Kiffen so verbreitet ist wie in Deutschland das Saufen, das Rauchen von Marihuana jahrzehntelang verboten war. Get Up, Stand Up. Ich glaube, Bob Marley als Botschafter der Rastafari-Kultur wäre froh gewesen, das noch erleben zu dürfen. So hat er nur einen Marihuanazweig mit ins Grab gelegt bekommen. Aber nun werden sich dort wohl einige so die Tüten reinpfeifen, dass sie danach noch mit Bob Marley persönlich sprechen und ihm davon erzählen werden...
fitzcarraldo66 28.02.2015
3.
Zitat von hermannheesterJamaica ist ein Land, wo die Lebensart durch Armutund Not zumindest gravierend mit-bestimmt wurde und wird. Da ist es kein wirkliches Wunder, wenn auch der Genuss von Drogen den Hunger hier und da zum Schweigen bringt. Eine Regierung, die die Armut "erleichtert" statt sie zu bekämpfen, dürfte kaum vorbildlich sein.
Da schreibt mal wieder ein wahrer Experte! Der Hunger wird mit Gras erträglicher, jaja, nackt kann man Kälte am besten ertragen und fettiges Essen macht schlank.
fitzcarraldo66 28.02.2015
4.
Da schreibt mal wieder ein wahrer Experte! Der Hunger wird mit Gras erträglicher, jaja, nackt kann man Kälte am besten ertragen und fettiges Essen macht schlank.
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