Japan Tote und Verletzte bei Erdbeben auf Hokkaido

Mindestens sieben Menschen sind bei einem schweren Erdbeben auf der japanischen Insel Hokkaido gestorben. Mehr als 120 Personen sollen verletzt sein. Häuser sind verschüttet, drei Millionen Haushalte haben keinen Strom.

Erdbebenschäden in Sapporo auf Hokkaido
Kyodo/REUTERS

Erdbebenschäden in Sapporo auf Hokkaido


Bei einem Erdbeben der Stärke 6,7 auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Das teilte ein Sprecher der Regierung mit. Lokalen Medienberichten zufolge erlitten bei der Erschütterung um kurz nach 3 Uhr nachts mindestens 120 Menschen Verletzungen. Mehr als 30 Bewohner der Insel sollen noch vermisst sein. Offizielle Zahlen gibt es dazu bisher nicht.

Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, lag das Zentrum des Bebens etwa 62 Kilometer südöstlich von Hokkaidos Hauptstadt Sapporo in etwa 30 Kilometern Tiefe.

In den Städten Atsuma und Abira wurden mehrere Häuser verschüttet. Die noch vermissten Menschen seien alle Bewohner von Atsuma, hieß es in Medienberichten. Im japanischen Fernsehen wurden Bilder von gewaltigen Erdrutschen gezeigt, mehrere Menschen mussten mit Helikoptern in Sicherheit gebracht werden. Eine Warnung vor einem Tsunami gab es nicht.

In rund drei Millionen Haushalten auf Hokkaido fiel durch das Beben der Strom aus. Ein Sprecher des Versorgers Hokkaido Electric Power sagte am Donnerstag, alle Kohlekraftwerke auf der Insel seien notfallmäßig abgeschaltet worden. Im Atomkraftwerk Tomari musste ein Abklingbecken mit Notstromaggregaten gekühlt werden. Radioaktivität sei jedoch nicht in die Umwelt ausgetreten, hieß es unter Berufung auf den Betreiber. In Muroran brach ein Feuer in einer Chemieanlage aus, konnte aber gelöscht werden.

Auch der Bahn- und Flugverkehr auf Hokkaido wurde beeinträchtigt: Der Flughafen Chitose musste für den gesamten Tag geschlossen werden, nachdem ein Dach eingestürzt und der Strom ausgefallen war. Die Zentralregierung in Tokio wollte bis zu 25.000 Soldaten nach Hokkaido schicken, um die Bergungskräfte zu unterstützen.

Japan ist eines der am stärksten erdbebengefährdeten Länder der Welt. In dieser Woche war das Land zudem von dem stärksten Taifun seit 25 Jahren getroffen worden. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Der Wirbelsturm hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Video: Japans ewiges Trauma - Das große Erdbeben von Kanto (1923)

ZDF Enterprises

aar/dpa



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