Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Japanische Everest-Besteigerin: Mit 73 auf dem Gipfel

Japan ist bekannt für seine rüstigen Rentner. Was Tamae Watanabe geleistet hat, ist jedoch auch für japanische Verhältnisse außergewöhnlich: Die 73-Jährige bestieg als älteste Frau den Mount Everest. Es war für sie bereits der zweite Besuch auf dem höchsten Gipfel der Welt.

Watanabe (Archivbild): Vor ihrer ersten Everest-Besteigung 2002 strahlt sie am Basiscamp Zur Großansicht
AP/ Office Seven Summits

Watanabe (Archivbild): Vor ihrer ersten Everest-Besteigung 2002 strahlt sie am Basiscamp

Katmandu - Andere Frauen planen in ihrem Alter ihren nächsten Kaffeeklatsch mit der Nachbarin, stricken meterlange Schals oder buchen Bustouren zum nächsten Freilichtmuseum. Nicht so Tamae Watanabe. Die 73-jährige Japanerin hat als bislang älteste Frau den Mount Everest bestiegen und damit ihren eigenen Rekord gebrochen.

Tamae Watanabe erreichte den Gipfel des höchsten Berges der Erde gemeinsam mit vier Begleitern am Samstagmorgen, wie Ang Tshering von der China-Tibet-Bergsteigervereinigung berichtete. Die Gruppe war über die Nordseite des Everest von Tibet aus aufgestiegen.

Die Gipfelstürmer hatten das höchste Camp auf 8300 Meter Höhe am späten Freitagabend verlassen und waren die ganze Nacht durchgestiegen, bis sie am Morgen den Gipfel erreichten. Watanabe und ihren Begleitern gehe es gut, sagte Tshering. Momentan seien sie auf dem Rückweg zum Fuß des Berges.

Watanabe hatte den 8848 Meter hohen Berg bereits 2002 bestiegen. Schon damals war sie mit 63 Jahren die älteste Frau, der dies bis dahin gelungen war. Als ältester Mann stand 2008 der damals 75-jährige Min Bahadur Sherchan auf dem Everest. Der Nepalese löste den Japaner Katsusuke Yanagisawa ab, dem mit 71 Jahren die Besteigung gelang.

Seitdem Edmund Hillary und Tenzing Norgay 1953 erstmals den Mount Everest bestiegen, schafften es bisher rund 3000 Menschen auf den Gipfel. Mehrere hundert weitere starben bei dem Versuch an der Höhenkrankheit oder stürzten in die Tiefe.

irb/afp/AP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Teufel, Donner und Doria!
AKI CHIBA 19.05.2012
Allen Respekt. Das ist ne dufte Biene. Wahrscheinlich schaut sie in Wirklichkeit noch knackiger aus als auf dem Photo! Bin 72 und hab kürzlich den Teide gemacht. Uiuiui!
2. Dort oben tappt doch heute alles rum
hartholz365 19.05.2012
Herzkranke, Aufstieg mit Badelatschen, da ist alles dabei, der Messner hats doch schon vor Jahren prophezeit, und vor Jahren gab es entsprechende Berichte. Everest ist heute Massentourismus für die die es sich leisten können.
3. Kommerz- und Ehrgeiz-Wahnsinn
Eubie_Blake 19.05.2012
Die komplette Logistik dort ist Groß-Business. Nicht nur Herzkranke und doppelt Beinamputierte, auch armlose versuchen das. Ein Aufstieg mitsamt der Schlepperei durch die Sherpas kostet zwischen 40.000 und 65.000 US-Dollar. Die "Betreuungsquote" ist heute 1:1. D.h. ein Sherpa auf einen reichen Touristen. Speziell die alten Japaner sind bei den unteren Chargen der Träger verhasst: die gehören zu dieser verrückten Klientel, die das Ersteigen allein ihrer „Entschlossenheit“ zuschreiben.. Sie sind daher völlig beratungsresistent, wann man wetterbedingt oder infolge Leistungsmangel besser umkehren sollte – bis sie umkippen. Dann hat der Sherpa ein Riesenproblem. Vo allem dann, wenn auf der Nordseite der Ausfall des Klienten über dem Second Step bei 8.600 Metern ist – dann geht es mit einem komatösen Menschen per Seilen 30m steil abwärts. Das braucht vierfünf Mann, das zu koordinieren. Sherpas, die da oben auch um ihr eigenes Leben kämpfen müssen. Selten gelingt so hoch oben noch eine Rettung. Überehrgeizige Japaner, überehrgeizige Ärzte. Das ist die Horror-Klientel. Und unberatbare Alte. Am schlimmsten sind alte Menschen, Rentner, Japaner, frühere Ärzte. Typisch auch, dass recht viele Menschen da oben erst auf dem Rückweg sterben.
4. Yep!
Layer_8 19.05.2012
Zitat von Eubie_BlakeDie komplette Logistik dort ist Groß-Business. Nicht nur Herzkranke und doppelt Beinamputierte, auch armlose versuchen das. Ein Aufstieg mitsamt der Schlepperei durch die Sherpas kostet zwischen 40.000 und 65.000 US-Dollar. Die "Betreuungsquote" ist heute 1:1. D.h. ein Sherpa auf einen reichen Touristen. Speziell die alten Japaner sind bei den unteren Chargen der Träger verhasst: die gehören zu dieser verrückten Klientel, die das Ersteigen allein ihrer „Entschlossenheit“ zuschreiben.. Sie sind daher völlig beratungsresistent, wann man wetterbedingt oder infolge Leistungsmangel besser umkehren sollte – bis sie umkippen. Dann hat der Sherpa ein Riesenproblem. Vo allem dann, wenn auf der Nordseite der Ausfall des Klienten über dem Second Step bei 8.600 Metern ist – dann geht es mit einem komatösen Menschen per Seilen 30m steil abwärts. Das braucht vierfünf Mann, das zu koordinieren. Sherpas, die da oben auch um ihr eigenes Leben kämpfen müssen. Selten gelingt so hoch oben noch eine Rettung. Überehrgeizige Japaner, überehrgeizige Ärzte. Das ist die Horror-Klientel. Und unberatbare Alte. Am schlimmsten sind alte Menschen, Rentner, Japaner, frühere Ärzte. Typisch auch, dass recht viele Menschen da oben erst auf dem Rückweg sterben.
Wer den Aufstieg nicht aus eigener Kraft schaffen kann, hat dort nichts zu suchen. "Trekkingtour" für Reiche halt. Ich bin schon froh, dass ich mal in Indien bis auf 6000 Meter kam. Zur Gletschergrenze in Ladakh. Hatte zwar nicht viel mit Kletterei zu tun, war aber ein unvergessliches Erlebnis. Alleine die Leute und Landschaft dort. Der "Normalmensch" soll halt bei seinen Leisten bleiben und Bescheidenheit üben.
5. Irrsinn
dulutz 19.05.2012
Zitat von sysopAP/ Office Seven SummitsJapan ist bekannt für seine rüstigen Rentner. Was Tamae Watanabe geleistet hat, ist jedoch auch für japanische Verhältnisse außergewöhnlich: Die 73-Jährige bestieg als älteste Frau den Mount Everest. Es war für sie bereits der zweite Besuch auf dem höchsten Gipfel der Welt. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,833931,00.html
Was hier komplett fehlt, ist der Respekt vor dem Berg und den Einheimischen. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber es verunglücken viel zu wenige bei solchen Irrsinnsaktionen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Berge: Giganten der Welt

DPA
Atemberaubende Schneegipfel im Himalaya, schroffe Felswände in den Alpen: Viele Berge sind durch ihre einzigartige Form unverwechselbar. Wir sind trotzdem felsenfest davon überzeugt, dass Sie nicht alle erkennen - beweisen Sie das Gegenteil im SPIEGEL-ONLINE-Bilderquiz !

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: