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Jörg Kachelmann im SPIEGEL-Interview: "Verleumdungen sind heute eine beliebte Waffe"

Jörg Kachelmann holt zum Gegenschlag aus. Der ehemalige TV-Meteorologe gab dem SPIEGEL ein langes Interview - und zog dabei wütend gegen all jene zu Felde, die ihn einer Vergewaltigung verdächtigt hatten. Seine junge Ehefrau spricht von einer "Opferindustrie", die "weg muss".

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Jörg Kachelmann: "Falschbeschuldigungen sind ein Massenphänomen geworden"

Hamburg - Jörg und Miriam Kachelmann rechnen ab - mit "schlecht ausgebildeten" Polizisten, Staatsanwälten, Gutachtern und Richtern sowie mit einer "gewohnheitsmäßig männerverurteilenden Justiz". Zugleich will das Paar "ein informelles Netzwerk" gründen. Ihr Ziel: "Dass künftig weniger Menschen wegen falscher Vorwürfe unschuldig verurteilt werden." Das kündigen die beiden in einem Gespräch mit dem SPIEGEL an.

"Im Bereich Missbrauch und Vergewaltigung sind Falschbeschuldigungen ein Massenphänomen geworden", sagte Kachelmann, der vor gut einem Jahr nach einem spektakulären Prozess-Marathon von dem Vorwurf freigesprochen wurde, eine frühere Freundin vergewaltigt zu haben. Er wolle "wirklich, dass jeder Vergewaltiger hinter Gitter kommt. Aber für Frauen sind Verleumdungen heute eine beliebte und effektive Waffe geworden". Kachelmanns Frau Miriam flankierte: Mit Missbrauchsvorwürfen könne man sich heute "sehr einfach an Chefs und Lebenspartnern rächen" und "problemlos das Sorgerecht für Kinder erstreiten". Es gebe "eine Opferindustrie, die in dieser kranken Form endlich weg muss", so die 26-jährige Psychologiestudentin.

In dem Gespräch attackiert sie auch Alice Schwarzer, damals Gerichtsreporterin für die "Bild"-Zeitung und damit "von Anfang an Partei- und Propagandamaschine". Jörg Kachelmann dazu: "Frau Schwarzer und ihre Vasallinnen stehen meiner Ansicht nach schon lange nicht mehr auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Einfach weil sie nicht mehr für die - notwendige - Gleichstellung der Geschlechter kämpfen, sondern für die Privilegierung eines Geschlechts und die Kriminalisierung des anderen."

Gemeinsam haben die beiden nun in einem Buch Bilanz gezogen ("Recht und Gerechtigkeit", Heyne-Verlag), das diese Woche erscheinen soll. Das Resümee des einstigen ARD-Wettermoderators fällt im SPIEGEL-Gespräch bitter aus: Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hätte "gemeinsam mit dem Gericht versucht, mit Hilfe meines 'Vorlebens' ein Monster aus mir zu machen. Ich war nie gewalttätig und habe erst recht nie jemanden vergewaltigt."

Auch Miriam Kachelmann, die damals als Zeugin auftreten musste, attackiert die Justiz scharf: Ihre eigene Befragung sei "furchtbar" gewesen, "weil ich bis in die letzten Details, bis zu meiner Periode und zu meinen sexuellen Phantasien ausgefragt wurde. Irgendwann gab es für diese Richter kein Halten mehr".

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