Füchsin als Haustier Flausch gegen Frust

Die Fußball-WM geht weiter - ohne Deutschland. Wie können wir Sie trösten? Oh, eine süße kleine Füchsin!

Jessica Coker/ Knesebeck Verlag

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Am liebsten mag Juniper Socken. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, stiehlt die Füchsin ein Paar aus Jessika Cokers Kleiderschrank und trägt sie in ihr Versteck unter dem Sofa - um danach so nett in die Kamera zu grinsen, dass man ihr wirklich nicht böse sein kann.

Seit drei Jahren zeigt Coker auf Instagram, wie es ist, mit einem Fuchs zusammenzuleben. 2,3 Millionen Follower hat ihr Account Juniperfoxx. Coker hatte Juniper als Welpe aus einer Pelzfarm gerettet. Heute postet sie Videos, in denen Juniper einen Geburtstagsmuffin verspeist oder mit ihrem Kumpel Fig - auch ein geretteter Fuchs - durchs Haus tobt. Jetzt hat Coker ein Buch mit Junipers Geschichte veröffentlicht, in dem sie den Alltag mit ihrem ganz besonderen Haustier beschreibt.

Kann das also jeder, einen Fuchs als Haustier halten? Ein bisschen mehr Wildheit im Wohnzimmer? Coker warnt davor. Denn so niedlich und zahm Juniper auf den Fotos auch wirken mag - ihr Geruch sei kaum auszuhalten. "Man riecht Juniper in dem Moment, in dem man mein Grundstück betritt. Fuchsurin und -kot riecht nach Stinktier, gemischt mit Ammoniak", schreibt Coker auf ihrem Blog. Zum Glück wusste die 26-Jährige, worauf sie sich einließ: Sie hatte sich schon vorher im Tierheim um mehrere Füchse gekümmert.

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Füchsin als Haustier: Nur der Hund bleibt cool

Zwar sei Juniper darauf trainiert, im Haus eine Art Katzenklo zu benutzen. "Füchse pinkeln aber auf alles, von dem sie denken, es gehöre ihnen", so Coker weiter. Egal, ob Bett, Spielzeug oder Futter. Sie habe sich inzwischen daran gewöhnt, doch Freunde berichteten ihr regelmäßig, dass der Geruch mindestens unangenehm sei.

Auch sonst sei das Zusammenleben mit Juniper nicht immer einfach. Die Lieblingsbeschäftigung der Füchsin - neben dem Diebstahl von Socken - sei das Buddeln. Dadurch hätten weder Teppiche noch Sofakissen in Cokers Haus eine lange Lebensdauer. "Juniper wird immer wild bleiben. Sie beißt, schreit und buddelt, wie ein wilder Fuchs", sagt Coker.

In den Urlaub fahre sie ebenfalls nicht mehr, seit Juniper bei ihr lebe. Sie dürfe das Tier nicht über Ländergrenzen transportieren, das sei rechtlich nicht möglich. Und Juniper zu Hause lassen? Für Jessica Coker unvorstellbar. "Füchse bauen eine enge Bindung mit nur einem oder zwei Menschen auf. Die Interaktion mit Fremden kann sehr stressig für die Tiere sein." Und nicht nur das. "Es wäre auch schwierig, jemanden zu finden, der mit der enormen Aufgabe klar käme, sich in unserer Abwesenheit um Juniper zu kümmern."

Trotzdem liebe sie Juniper über alles, schreibt Coker. Die Füchsin habe einfach ihre ganz eigene Persönlichkeit. Sie sei klug, ehrlich und witzig. Jeder Tag mit ihr sei eine Bereicherung.

Für die Socken nimmt es übrigens meist kein gutes Ende: Als Coker ihr Sofa entsorgte, fand sie darunter einen Haufen sauber zerkauter Baumwollfasern.

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Jessika Corker:
Juniper Fox

Ein Fuchs zum Verlieben (Die Geschichte einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier)

Momo Evers

Knesebeck; 144 Seiten; 15,00 Euro.

lmd

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