Käuflicher Sex Baden-Württemberg will Flatrate-Bordelle schließen

"So lange und so oft du willst": Flatrate-Bordelle verstoßen laut baden-württembergischem Justizministerium gegen die Menschenwürde der Prostituierten - und sollen nach SPIEGEL-Informationen geschlossen werden. Eine Arbeitsgruppe dreier Ministerien koordiniert den Kampf gegen die Puffs im Ländle.


In Baden-Württemberg sehen staatliche Stellen jetzt eine rechtliche Handhabe, um gegen die sogenannten Flatrate-Bordelle in Heidelberg und Fellbach vorzugehen, die mit Sex nach Belieben zum Festpreis werben.

"Wenn man deren Werbung ernst nimmt, ist von einem Verstoß gegen die Menschenwürde der dort arbeitenden Prostituierten auszugehen", so Justizminister Ulrich Goll (FDP).

Aus seiner Sicht sei "das Selbstbestimmungsrecht der Frauen verletzt"; damit liege auch "eine Störung der öffentlichen Sicherheit vor", die Polizei und Ordnungsbehörden zum Einschreiten berechtigt.

Nach Auskunft des Fellbacher Oberbürgermeisters und CDU-Landtagsabgeordneten Christoph Palm arbeite man "unter Hochdruck daran, den Betrieb des Fellbacher Flatrate-Bordells in der jetzigen Form zu beenden".

Die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz (CDU) will in Kürze eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Justiz-, Innen- und Wirtschaftsministeriums einberufen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Bundesweit gibt es inzwischen offenbar Dutzende solcher Flatrate-Bordelle; die Etablissements in Fellbach und Heidelberg werben mit "Sex mit allen Frauen, so lange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst".

cht

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