Kampf dem Übergewicht Los Angeles verbietet Fastfood-Filialen

Los Angeles sagt Fehlernährung und Übergewicht den Kampf an: Weil vor allem im armen Süden der Stadt Burgern, Pommes und Cola gefrönt wird, greifen die Behörden zu ungewohnt drastischen Maßnahmen. Jetzt dürfen dort keine neuen Fast-Food-Läden mehr eröffnet werden.


Los Angeles - Schluss mit dem kalorienreichen und garantiert nährstoffbefreiten Schlemmen: Die Stadt Los Angeles hat am Dienstag für den Süden der kalifornischen Metropole ein einjähriges Verbot für die Eröffnung neuer Schnellimbisse verhängt.

Behördenvorstoß: Dem Siegeszug von Fast Food Einhalt gebieten
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Behördenvorstoß: Dem Siegeszug von Fast Food Einhalt gebieten

Die Maßnahme gilt für einen Stadtteil, in dem rund 500.000 Menschen meist hispanischer oder afro-amerikanischer Abstammung leben. Die sind den Behörden zufolge überdurchschnittlich häufig von Übergewicht und den Folgekrankheiten betroffen. In Los Angeles ist jedes vierte Kind zu dick, in den von dem Verbot betroffenen Stadtteilen jedes dritte.

Stadträtin Jan Perry, die das Gesetz eingebracht hatte, hofft nun, dass sich in der Fast-Food-befreiten Zone mehr Restaurants mit Sitzgelegenheiten, Supermärkte und Anbieter von gesunden Lebensmitteln ansiedeln. "Der Nebeneffekt einer dauerhaften Ernährung mit Fast Food ist, dass die Gesellschaft langfristig die Gesundheitskosten tragen muss", sagte Perry.

McDonald's, Wendy's und Co. machen mit fragwürdigen Essgewohnheiten und unschlagbar günstigen Ein-Dollar-Menüs derzeit dicke Gewinne. Erhebungen von Research International ergaben, dass Amerikaner durchschnittlich 500 Dollar pro Jahr für Fast Food ausgeben. Jeder Zweite greift mindestens einmal in der Woche zu Fast Food. Viele der sogenannten "Hochfrequenznutzer", das heißt jener 14 Prozent der Konsumenten, die fast die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen - sind keinesfalls von schlechtem Geschmack, sondern nackter Not getrieben. Sie können sich gesundes Essen einfach nicht leisten.

Erst kürzlich hatte der US-Bundesstaat Kalifornien ein Gesetz zum Verbot von sogenannten Transfetten verabschiedet. Ab dem Jahr 2010 darf in Restaurants nicht mehr mit ihnen gekocht und frittiert werden, weil sie Übergewicht verstärken, Cholesterinwerte verschlechtern und daher als Risikoverstärker für Herzinfarkte und Schlaganfälle gelten. Transfette werden in Lebensmitteln wie Margarine, Gebäck, Kartoffelchips, fetten Brotaufstrichen und bei vielen Fast-Food-Produkten eingesetzt. Sie sind billiger als andere Fette, länger haltbar und häufiger wiederzuverwenden.

ala/AFP



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Seite 1
Carrie, 30.07.2008
1.
Klar! Und gleich noch die Prohibition wieder einführen, dann hat sich das mit den Alkoholkranken auch erledigt. Und sämtliches Chemiezeugs wie Instantsuppen, Fertiggerichte, Chips usw. bitte auch gleich drastisch verteuern, oder gleich aus den Läden verbannen. Ist der Staat jetzt neuerdings auch in Ernährungssachen erzieherisch tätig?
Tenor, 30.07.2008
2.
Zitat von sysopLos Angeles sagt Fehlernährung und Übergewicht den Kampf an: Weil vor allem im armen Süden der Stadt Burgern, Pommes und Cola gefrönt wird, dürfen dort keine neuen Fastfood-Läden mehr eröffnet werden. Soll auch Deutschland mehr Verantwortung für die Gesundheit seiner Bürger übernehmen?
Was für ein Blödsinn. Wer ist eigentlich Los Angeles? Erst müsste sowieso festgestellt werden, was als Fastfood deklariert wird. Und eine Grillpolizei muss her, damit nicht heimlich im Garten ein Burger gegrillt wird. Und Cola verbieten und durch alkoholische Getränke ersetzen.
Askan 30.07.2008
3.
Zitat von sysopLos Angeles sagt Fehlernährung und Übergewicht den Kampf an: Weil vor allem im armen Süden der Stadt Burgern, Pommes und Cola gefrönt wird, dürfen dort keine neuen Fastfood-Läden mehr eröffnet werden. Soll auch Deutschland mehr Verantwortung für die Gesundheit seiner Bürger übernehmen?
Bitte nicht. Bitte keine Verbote, deren Enhaltung sowieso kein Mensch kontrollieren kann. Einzige Chance ist und bleibt Aufklärung in bezug auf gesundes Essen, am besten ab der Grundschule.
Astir01 30.07.2008
4.
Zitat von sysopLos Angeles sagt Fehlernährung und Übergewicht den Kampf an: Weil vor allem im armen Süden der Stadt Burgern, Pommes und Cola gefrönt wird, dürfen dort keine neuen Fastfood-Läden mehr eröffnet werden. Soll auch Deutschland mehr Verantwortung für die Gesundheit seiner Bürger übernehmen?
Sagt Los Angelos den Leuten aus dem armen Süden der Stadt, was sie statt dessen essen sollen und worin dann ihr Vorteil liegt? Die fastfood- Restaurants, die dort schon sind, werden sich jedenfalls bei der Stadtverwaltung dafür bedanken, dass sie ihnen weitere Konkurrenz per order di mufti vom Halse hält. Und nur weil die Amis (zumindest die im armen Süden der Stadt) allesamt von der Stadtverwaltung von Los Angelos für blöde gehalten werden, muss dieses Verhalten sofort und unmittelbar auch auf ganz Deutschland übertragen werden, weil wir Deutschen ja allesamt (also nicht nur die im armen Süden) noch viel blöder sind als die fastfood- Fresser im Süden von Los Angelos. So, liebe Redaktion, von mir aus könnt ihr diesen Beitrag gleich wieder Löschen. Wär ja noch schöner, wenn hier Kritik an der Themenauswahl veröffentlicht würde.
Umberto, 30.07.2008
5.
Zitat von sysopLos Angeles sagt Fehlernährung und Übergewicht den Kampf an: Weil vor allem im armen Süden der Stadt Burgern, Pommes und Cola gefrönt wird, dürfen dort keine neuen Fastfood-Läden mehr eröffnet werden. Soll auch Deutschland mehr Verantwortung für die Gesundheit seiner Bürger übernehmen?
Wenn sich die deutschen Bürger das gefallen lassen, warum nicht. Jedem das seine! Unser Staat ist, ich muss schon sagen Gott sei Dank, mit anderen Dingen beschäftigt, als den Bürgern das Leben entgültig zu vermiesen.
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