Lotto-Wohltäter Kanadier spendet gesamten 40-Millionen-Gewinn

Für 40 Millionen kanadische Dollar würden viele Menschen einiges auf sich nehmen. Nicht so Tom Crist: Er spendet seinen Lottogewinn für wohltätige Zwecke. Der Grund? "Ich brauche das Geld nicht wirklich", so der kanadische Geschäftsmann.

Spender Tom Crist: "Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte"
Western Canada Lottery Corporati

Spender Tom Crist: "Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte"


Calgary - Ein Lottogewinn ist eine schöne Sache. Zumal, wenn es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handelt. Da kann man sich großzügig zeigen und spenden - ein Viertel davon, wenn man ganz großzügig ist vielleicht die Hälfte. Doch das war Tom Crist nicht genug.

Der Jackpot-Knacker aus dem kanadischen Calgary hat jetzt bekanntgegeben, dass er die gesamte Gewinnsumme von umgerechnet 40 Millionen kanadischen Dollar, rund 27.400.000 Euro, für gute Zwecke spenden möchte. Das Geld soll in eine Familienstiftung fließen, die es an Wohltätigkeitsorganisationen wie die Kanadische Krebsgesellschaft verteilen soll.

Aufessen und weitergolfen

Crist war gerade im kalifornischen Palm Springs am Golfen, als im Mai sein Telefon klingelte. Am anderen Ende war die Lottogesellschaft, die ihn darüber in Kenntnis setzte, dass er 40 Millionen kanadische Dollar gewonnen habe.

Die Reaktion des Gewinners war erstaunlich. "Wir beendeten unser Mittagessen und gingen wieder golfen", berichtete er dem Sender CBC. "Ich habe das Geheimnis bewahrt, noch nicht einmal meine Kinder wussten bis heute davon."

Die Nachkommen scheinen mit der unkonventionellen Entscheidung des Vaters kein Problem zu haben. Sie waren aber ein wenig beleidigt, dass er es ihnen erst so spät erzählt hat. "Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte", rechtfertigte sich Crist. "Irgendwie hatte ich gehofft, das Geld ohne großen Medienaufruhr in meine Stiftung überführen zu können." Spätestens als er für ein Foto der Lottogesellschaft posieren musste, sei ihm aber klar geworden, dass er die Öffentlichkeit nicht raushalten könne.

Crist besitzt ein Jahreslos für die Ziehung "6 aus 49", was den Vorteil hat, dass die Western Canada Lottery Corp. ihn schriftlich informiert, sobald er etwas gewonnen hat. "Manchmal bekam ich einen Scheck über zehn oder zwanzig Dollar", erinnert sich der Geschäftsmann. Übersteigt die Summe jedoch die 10.000-Dollar-Marke, greifen die Mitarbeiter der Lottogesellschaft selbst zum Telefonhörer.

Im Gedenken an die verstorbenen Ehefrau

Doch warum verschenkt jemand Millionen, ohne auch nur ein bisschen davon für einen entspannten Lebensabend abzuzwacken? "Ich brauche das Geld nicht wirklich", sagt Crist. Er selbst habe genug Glück im Leben gehabt und ausgesorgt, ebenso seine Kinder, sagte der ehemalige Geschäftsführer eines Elektro-Großhandels in Calgary.

Bereits kurz nach der Gewinnbenachrichtigung habe er gewusst, was er mit dem Geld machen werde. "Ich habe vor zwei Jahren meine Frau wegen Krebs verloren", sagte er. Mit ihr sei er 33 Jahre verheiratet gewesen. Deshalb solle ein Teil des Geldes an das Tom Baker Cancer Centre gehen, die örtliche Gesundheitsorganisation, die seine Frau bis zu ihrem Tod im Februar 2012 gepflegt hatte. Sie wurde 57 Jahre alt.

Rekord-Jackpot in den USA abgeräumt

Während Crist noch die Nachwehen seines Lottoglücks spürt, ist in den USA der zweithöchste Jackpot in der Geschichte der "MegaMillions"-Lotterie geknackt worden. Laut ersten Meldungen gibt es vermutlich zwei Gewinner, die sich die Summe von 636 Millionen Dollar teilen müssen. Der Rekord-Jackpot war im März 2012 abgeräumt worden. Damals teilten sich drei Spieler den Gewinn von 656 Millionen Dollar.

ala/dpa/AFP



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