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Limburger Bischof: Kardinal Lehmann deutet Besuch von Papstgesandtem als Alarmzeichen

Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann: "Froh, dass es Kardinal Lajolo ist" Zur Großansicht
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Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann: "Froh, dass es Kardinal Lajolo ist"

Während Bischof Tebartz-van Elst noch versucht, das Vertrauen seiner Gläubigen zurückzugewinnen, geht der Mainzer Kardinal Karl Lehmann bereits davon aus, dass der Konflikt um den Limburger Geistlichen nicht mehr intern zu lösen ist. Ein Papstgesandter soll den Disput schlichten.

Mainz/Limburg - Der Vatikan geht laut Einschätzung des Mainzer Kardinals Karl Lehmann davon aus, dass sich der Streit um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht mehr intern beenden lässt.

"Ein Alarmzeichen" sei der Besuch des päpstlichen Gesandten Kardinal Giovanni Lajolo in der Diözese, sagte Lehmann. In Rom sei man der Meinung, "dass sich das offensichtlich nicht mehr alleine innerhalb des Bistums Limburg lösen lässt."

Dem 53-jährigen Limburger Oberhirten Tebartz-van Elst werden ein autoritärer Führungsstil und Verschwendung vorgeworfen, etwa beim Bau seines Bischofshauses. Erst am Freitag war ihm ein Protestbrief mit etwa 4400 Unterschriften von Kirchenmitarbeitern, Priestern und Gläubigen überreicht worden.

In Limburg mit Spannung erwartet wird nun der päpstliche Gesandte Kardinal Giovanni Lajolo. Lehmann kennt den 78-Jährigen seit langem. Lajolo war ehemals Botschafter des Heiligen Stuhls in Berlin und spricht fließend Deutsch. "Ich bin froh, dass es Kardinal Lajolo ist und nicht irgendein anderer", sagte Lehmann vieldeutig. Dass Papst Franziskus nicht gleich eine "Apostolische Visitation", also eine förmliche Untersuchung angeordnet habe, sondern Lajolo zum "brüderlichen Dialog" entsende, könnte laut Lehmann als sein neuer Stil interpretiert werden.

Lehmann, 77, hofft darauf, dass der Streit in der Nachbardiözese geschlichtet werden kann. "Jetzt geht es darum, ob von innen her versöhnungsbereite Kräfte da sind. Die müssen im Domkapitel, bei den Priestern und in den Gemeinden des Bistums da sein, der Bischof muss etwas dazu tun."

Am Ende werde es um die Frage gehen: "Gibt es eine Chance für einen echten Neuanfang mit den Leuten, die da sind? Wie das ausgeht, kann ich nicht sagen", ergänzte Lehmann, der zwei Jahrzehnte Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war.

Der schärfster Widersacher von Franz-Peter Tebartz-van Elst zeigt sich allerdings weiter kampflustig: Er werde Kardinal Giovanni Lajolo bei seinem Besuch im Bistum Limburg von einer "zerstörerischen Vertrauenskrise" berichten, kündigte der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz in einem Zeitungsinterview an. Lajolo wurde am Montag im Bistum erwartet. Bis zum frühen Abend gab es aber keine Angaben, ob der Gesandte aus Rom in Limburg eingetroffen war.

ala/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. van Elst vs. zu Eltz
ajf00 09.09.2013
van Elst vs. zu Eltz ist das eine Art Familienstreit?
2. Gut , die Bezüge des Herrn Bischof
ash26e 09.09.2013
bezahl ich , auch ohne Konfession, mit meinen Steuergeldern! Ich würd´ es als originäre Aufgabe der Presse ansehen, uns aufzuklären, wieweit wir allgemeine Steuerzahler an dem Limburger Palazzo Protzi beteiligt sind!
3. Brüderlicher Dialog
mw1975 10.09.2013
Genau regelt das in einem Brüderlichen Dialog unter Vermeidung von Schuldeingestädnissen und Reue. So kennen wir Euch. Die Bibel gilt nicht für Euch Oberschafe. Und wundert Euch über die vielen Kirchenaustritte mich eingeschlossen.. Amen
4. 8. Gebot
tatsache2011 10.09.2013
Wird auch besprochen, dass der Bischof sich bald vor Gericht verantworten muss ? Der Bischof hat Journalisten falsch bezichtigt und widerrechtlich Unterlassungserklärungen verlangt sowie eine falsche Eidesstattliche Erklärung unterschrieben. Bischof von Limburg: Ein Drama in fünf Akten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/bischof-von-limburg-ein-drama-in-fuenf-akten-a-879255.html) Kann der Bischof im Amt bleiben, wenn er wegen der falschen Eidestattlichen Versicherung bestraft wird? Gefängnis scheidet aus, aber auch bei einer Geldstrafe gilt er als vorbestraft.
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