Vorsitzender der Bischofskonferenz Marx will Geschiedene zu Sakramenten zulassen

Ein Vorstoß des obersten deutschen Katholiken macht Geschiedenen Hoffnung: Nach "einer Zeit der Buße" soll ihnen die Teilnahme an den kirchlichen Sakramenten wieder erlaubt sein, fordert der neue Chef der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx.

Kardinal Marx: "Gangbarer Weg"
DPA

Kardinal Marx: "Gangbarer Weg"


München - In der Diskussion um den Umgang der katholischen Kirche mit Geschiedenen hat sich der neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Marx, für eine Bußzeit ausgesprochen. Sie solle ermöglichen, dass Geschiedene, "die ihr Scheitern anerkennen, nach einer Bußzeit eine Wiederzulassung zu den Sakramenten beantragen können", sagte der Münchner Kardinal der "Welt am Sonntag". Einen entsprechenden Vorstoß habe der deutsche Kardinal Walter Kaspar in Rom gemacht.

"Die Kardinäle haben sehr unterschiedlich auf diesen Vorschlag reagiert", sagte Marx. "Ich persönlich halte ihn für einen gangbaren Weg, der aber immer auf einzelne Fälle bezogen sein muss." Schon gleich nach seiner Wahl an die Spitze der Bischofskonferenz am Mittwoch hatte sich Marx für einen nachsichtigeren Umgang mit Geschiedenen ausgesprochen.

Die Frage, welche Rechte Geschiedene in ihrer Kirchengemeinde haben sollen, ist zwischen den deutschen Bischöfen seit längerem umstritten. Ein Vorstoß des Erzbistums Freiburg im vergangenen Jahr sorgte für innerkirchlichen Streit.

In der "Welt am Sonntag" spicht sich Marx außerdem gegen eine starke Dezentralisierung der katholischen Kirche aus. "In den großen, wichtigen Fragen wie etwa auch dem Zölibat oder der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen wird weiterhin eine gemeinsame, gesamtkirchliche Entscheidung notwendig sein." Im Interview mit SPIEGEL ONLINE nach seiner Wahl hatte Marx bereits gefordert, Rom müsse "eine starke, sichtbare Zentrale" der katholischen Kirche bleiben.

ade/AFP

insgesamt 63 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mancomb 15.03.2014
1. Na da wird sich doch
wohl nicht was tun? Auch wenn die Kirche damit gerade erst im Standesrecht des 19. Jahrhunderts ankommen würde - für eine 2000 Jahre alte Organisation, die oft als stockkonservativ verschrien wird, ist schon alleine die Tatsache, dass ein Kardinal (!) das ausspricht, ein Paukenschlag. Von Leuten wie Reinhard Marx und Papst Franziskus bräuchte die Kirche ruhig mehr!
jokoenen 15.03.2014
2. Wofür er besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt
Die Bistümer Freiburg, Mainz und Rottenburg habe sie zu dem Thema bereits am 10.7.1993 in einem Hirtenschreiben zur Pastoral mit Geschiedenen und Wiederverheirateten Geschiedenen geäußert. Das wurde jedoch vom Chef der Glaubenkongredation Ratzinge in Rom damal kassiert. Also was ist da jetzt neu dran?
herbert 15.03.2014
3. Gehts noch ?????
Zitat von sysopDPAEin Vorstoß des obersten deutschen Katholiken macht Geschiedenen Hoffnung: Nach "einer Zeit der Buße" soll ihnen die Teilnahme an den kirchlichen Sakramenten wieder erlaubt sein, fordert der neue Chef der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kardinal-marx-katholische-kirche-soll-geschiedene-zu-sakramenten-zulassen-a-958837.html
Da ist Er oder Sie in einer Ehe, treu und der Ehe zugewandt und plötzlich bricht der Partner aus oder hintergeht ihn mit einem anderen Mann oder Frau. Wir haben also eine Person die die Ehe bricht und die andere ist treu. Jetzt sollen Beide Buße tun? Der oder die Unschuldige soll nach dem seelischen Absturz auch noch Buße tun? FÜR WAS ??? ========== Ein anderes Beispiel: Sie ist geschieden und arbeitet in einer katholischen Einrichtung. Jetzt will sie wiederheiraten und somit fliegt sie von ihrem Arbeitsplatz als Sünderin. Jetzt soll sie Buße tun ???? Der Bischof Marx hat Null Erfahrung mit Ehe und Familie! Woher nimmt sich so ein Mensch das Recht über andere zu urteilen oder Strafe in Sachen Ehe und Geschieden sein zu verhängen? Noch ein Beispiel: Der Ministerpräsident von Bayern Seehofer hat die heilige Familie in Bayern und eine nichteheliche Verbindung in Berlin seinerzeit, wo er ein nichteheliches Kind gezeugt hat. Man konnte ihn dann später in Rom beim Papst sehen, wo er die Hostie bekam. Warum gibt man ihm dieses Sakrament???? Fazit: Die katholische Kirche ist eine mittelalterlich Einrichtung, die in einer Märchenwelt lebt und vor lauter Regelungen gegen den Menschen gar nicht mehr klar kommt. Die kath. Kirche wird aussterben, weil der Nachwuchs fehlt. Nur die Protestanten dürfen Kinder zeugen. (Trotzdem gibt es Kinder von kath. Priestern) Wer kann denn diese kath. Kirche noch für voll nehmen ???
kobalt55 15.03.2014
4. optional
Unsinn was der Marx da von sich gibt.Jede Ehe kann auf Antrag ordentlich anulliert werden....da braucht es keine deutsche Extrawurst.
aya 15.03.2014
5. Nach einer Zeit der Buße - wie selbstgerecht
Wenn einer eine Partnerschaft beendet, muss der Verlassene dann auch diese Bußezeit abwarten? Die katholische Kirche, eine Religion der Nächstenliebe und Auferstehung - und hat schon wieder die Schuld/schlechtes-Gewissen/böser Sünder-Keule in der Hand. Die lernens nie, was Mitgefühl und Nächstenliebe ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.