Münchner Erzbischof  Kardinal Marx kritisiert "Hofstaat-Gehabe" im Vatikan

"Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein": Kardinal Marx hat in einem Interview die höfischen Verhältnisse im Vatikan kritisiert. Bei kirchlichen Ereignissen drohten Äußerlichkeiten eine zu große Rolle zu spielen, so der Erzbischof.

Kardinal Reinhard Marx in seinem Büro in München: "Kein Monarch"
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Kardinal Reinhard Marx in seinem Büro in München: "Kein Monarch"


München - Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Verhältnisse in der römischen Kirchenzentrale kritisiert. Er teile ein bisschen die Meinung, dass der Vatikan sich zu sehr wie ein Hofstaat verhalte, sagte der Erzbischof im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein. Das widerspräche aus meiner Sicht dem Petrusamt."

Zu prüfen sei auch, ob künftig mehr vor Ort statt in Rom entschieden werden könne, so Marx. "Ich möchte sehr unterstreichen, dass wir die Zentrale in Rom brauchen. Aber sie darf sich nicht überheben."

Vom neuen Papst Franziskus erwartet Marx eine Kurienreform: "Es war ein Grundgefühl bei den Kardinälen, dass sich etwas ändern muss, dass man Zuständigkeiten neu überlegen muss, dass man die Skandale der Vergangenheit aufarbeiten muss. Darum wird sich der Papst sicher kümmern, damit auch Verantwortung wahrgenommen wird für das, was nicht richtig gelaufen ist."

Bei der medialen Inszenierung kirchlicher Ereignisse wie der Papstwahl bestehe die Gefahr, dass Äußerlichkeiten eine zu große Rolle spielten, warnte der 59-Jährige. "Elemente wie Schweizer Garde und Briefmarken sind ganz nett, aber das Zentrum ist, dass von Christus gesprochen wird. Es darf nicht die Nebensache zur Hauptsache werden. Darauf muss man achten."

hut/dpa



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insgesamt 41 Beiträge
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discotieren 27.03.2013
1. Fähnchen nach dem Winde?
Hat er das kritisiert, als Papa Razzi amtierte? Nein. Jetzt als "von oben" ein No-Red-Shoes vorgegeben wird, fällt ihm das plötzlich ein. Wie erbärmlich. Es zeigt, wie in einem hierarchischem System das Buckeln zur zweiten Natur wird? Sein sagenhaft nichtssagendes Buch hat mich erstmals auf diesen Katecheten aufmerksam gemacht: "Kapital" heißt es und biedert sich in Titel und Aufmachung bei einem wirklich guten Buch an. Peinlich, peinlich.
ramuz 27.03.2013
2.
Zitat von sysopDPA"Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein": Kardinal Marx hat in einem Interview die höfischen Verhältnisse im Vatikan kritisiert. Bei kirchlichen Ereignissen drohten Äußerlichkeiten eine zu große Rolle zu spielen, so der Erzbischof. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kardinal-marx-spricht-von-hofstaat-gehabe-im-vatikan-a-891191.html
hm.. noch ist nicht der 1. April. DAS sagt also ein Mann, der in Standard-Frauenkleideruniform, mit Goldkettchen und farbenprächtigem Käppi - also in der vollen Pracht seiner Verkleidung! - auftritt? Nicht höfisch, nein? Herr Marx, Ihr Problem wie auch das Ihrer Kardinals-.. upss: beinahe hätte ich "brüder" geschrieben .... ist, dass Sie in dieser Hinsicht schon seit Jahrhunderten jeglichen Massstab verloren haben und jedes moralische Recht, so etwas zu sagen. Sie machen sich lächerlich.
bayrisch 27.03.2013
3. Ausgerechnet Marx
Die Aussagen von Marx sind wirklich dreist. Ausgerechnet der zugereiste Bischof, der als erste Amtshandlungen in ein Schloß gezogen ist und den teuersten verfügbaren Audi als Dienstwagen mit Chauffeur geordert hat, spielt sich als soziales Gewissen auf. Neben der Zerstörung uralter oberbayrischer Pfarreien ist seine herausragendste Leistung, sich in Rom ein Luxusgrundstück für 10 Millionen € zu kaufen, da ein Marx natürlich auch im Ausland ein angemessenes Domizil benötigt. Der Empfänger von 12.000€ Gehalt pro Monat versteht von Bescheidenheit ebenso wenig wie von Atomphysik(Marx stellte sich Merkel gern als "Experte" in der Atomausstiegs-Enquete zur Verfügung). Bitte keine Belehrungen durch diesen Herrn, der nicht in der Lage ist, seinen bischöflichen Pflichten nachzukommen!
cassandros 27.03.2013
4. untertänigste Meinungsäußerung eines gewöhnlichen Nichtswürdigen
Zitat von sysopDPA"Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein": Kardinal Marx hat in einem Interview die höfischen Verhältnisse im Vatikan kritisiert. Bei kirchlichen Ereignissen drohten Äußerlichkeiten eine zu große Rolle zu spielen, so der Erzbischof. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kardinal-marx-spricht-von-hofstaat-gehabe-im-vatikan-a-891191.html
Nun ja, Herr Bischof, aber die kath. Kirche ist doch nun einmal eine der letzten verbliebenen absolutistischen Monarchien!
Theodorant 27.03.2013
5. Völlig unglaubwürdig
Gebe dem Foristen "bayrisch" in vielen Punkten Recht. Wenn der Herr Kardinal so jählings das 'Armuts'-Gelübde wiederentdeckt, kann er doch mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Mitbrüdern in der Deutschen Bischofskonferenz vorbildhaft den Weg weisen, z. B. seinem Limburger Amtsbruder mit dem luxuriösen 'Residenz'-Neubau...
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