Katholische Kirche Kardinal Woelki soll Erzbischof von Köln werden

Bei der Suche nach einem Nachfolger von Joachim Meisner ist offenbar eine Entscheidung gefallen: Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki soll neuer Erzbischof von Köln werden.

Kardinal Rainer Maria Woelki (April 2014): Künftig Kölner Erzbischof
DPA

Kardinal Rainer Maria Woelki (April 2014): Künftig Kölner Erzbischof


Köln - Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki kehrt in seine Geburtsstadt zurück. Er soll dort neuer Erzbischof werden. Nach Ernennung durch den Papst werde der 57-Jährige die Nachfolge von Erzbischof Joachim Meisner an der Spitze des größten deutschen Bistums antreten, melden die Deutsche Presse-Agentur und mehrere Kölner Zeitungen. Die offizielle Bekanntgabe der Ernennung Woelkis könnte demnach bereits am Freitagmittag in Rom erfolgen.

Papst Franziskus hatte im Februar das von Meisner aus Altersgründen gestellte Rücktrittsgesuch angenommen. Das Erzbistum, das zu den bedeutendsten in der katholischen Kirche überhaupt zählt, wird seitdem vorübergehend von dem ehemaligen Generalvikar Stefan Heße geleitet. Über den neuen Erzbischof hatte zuerst der Kölner "Express" berichtet.

Woelki ist gebürtiger Kölner. Als sein wichtigster Förderer gilt Meisner, der ihn 1990 zu seinem persönlichen Sekretär machte. 2003 wurde Woelki von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Köln ernannt. Seit September 2011 ist er Erzbischof von Berlin, nur Monate später, im Februar 2012, wurde er zum Kardinal ernannt. Rund ein Jahr später wählte er in Rom den neuen Papst mit.

Die Düsseldorfer Landesregierung stimmte der Ernennung Woelkis laut dpa bereits zu. Sie muss nach dem Preußenkonkordat feststellen, dass gegen den neuen Erzbischof "keine Bedenken politischer Art" bestehen.

Die Bestimmung eines neuen Kölner Erzbischofs erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren. Zunächst stellt das Domkapitel eine Kandidatenliste zusammen, die es über den Nuntius in Berlin nach Rom übermittelt. Unter Berücksichtigung dieser Liste schickt der Heilige Stuhl einen eigenen Wahlvorschlag mit den Namen der Kandidaten nach Köln zurück. Der Papst ist dabei nicht an die Liste des Domkapitels gebunden. Er kann auch ganz andere Kandidaten benennen. Aus dieser Liste wählt das Domkapitel den neuen Erzbischof.

wit/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
atech 09.07.2014
1. viel Spaß in Köln
Kardinal Woelki soll ein begeisterter Fußballer sein und auch sonst recht sympathisch. Aber ich wünsche den Kölnern viel Humor, wenn Woelki Sätze wie diesen von sich gibt: "Homosexualität verstößt aber gegen die Schöpfungsordnung." http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77855741.html Denn mit Sätzen wie diesem gab Woelki zu erkennen, dass er ganz auf der Linie des Altbischofs Meisner liegt. Dass der liebe Gott die Homosexuellen selbst geschaffen haben könnte - denn sonst gäbe es sie nicht - kam jedoch noch keinem Schöpfungs-gläubigen Gottesmann in den Sinn... Alle, die jedoch die Evolutionstheorie kennen, sehen in den Sexualitätsvarianten nichts anderes als die Vielseitigkeit der Natur.
olddreamer 09.07.2014
2. War doch klar,
dass die Meisner-Truppe ihren konservativen Mann durchsetzt. Mit seinen sozialistischen Ansichten wird er es aber im Klüngel schwer haben.
tchantchès 09.07.2014
3. 57 ist er?
Dann hat Meissner ja gut dafür gesorgt, dass seine Linie in Köln für die nächsten 20 Jahre fortgesetzt wird. Au weia.
Tuennemann 09.07.2014
4. Herzlichen Glückwunsch!
Zitat von sysopDPABei der Suche nach einem Nachfolger von Joachim Meisner ist offenbar eine Entscheidung gefallen: Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki soll neuer Erzbischof von Köln werden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kardinal-woelki-soll-neuer-erzbischof-von-koeln-werden-a-980203.html
Die Saat des Meisner geht auf. Die Weichen hat er schon vor Jahren gestellt.
DMenakker 09.07.2014
5.
Zitat von atechKardinal Woelki soll ein begeisterter Fußballer sein und auch sonst recht sympathisch. Aber ich wünsche den Kölnern viel Humor, wenn Woelki Sätze wie diesen von sich gibt: "Homosexualität verstößt aber gegen die Schöpfungsordnung." http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77855741.html Denn mit Sätzen wie diesem gab Woelki zu erkennen, dass er ganz auf der Linie des Altbischofs Meisner liegt. Dass der liebe Gott die Homosexuellen selbst geschaffen haben könnte - denn sonst gäbe es sie nicht - kam jedoch noch keinem Schöpfungs-gläubigen Gottesmann in den Sinn... Alle, die jedoch die Evolutionstheorie kennen, sehen in den Sexualitätsvarianten nichts anderes als die Vielseitigkeit der Natur.
Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht. Selbst unter einem noch so reformorientierten Papst wird keiner Kölner Bischof werden, der die offizielle Linie der Kurie nicht vertritt. Ich glaube nicht, dass Woelki die allerschlechteste Wahl ist. Sicher nicht der Traummann der "kirche von unten", aber innerhalb des Machbaren, jemand, der durchaus frischen Schwung ins Bistum bringen könnte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.