Sturmtief "Ruzica" Rosenmontagszüge könnten abgesagt werden

Zu Karneval ist es kalt, manchmal schneit es. Darauf sind die Narren vorbereitet. Ein heftiges Sturmtief jedoch könnte ihnen in dieser Session die Paraden am Rosenmontag verleiden.

Regenschirme an Weiberfastnacht: Zu Rosenmontag sind stürmische Böen angesagt
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Regenschirme an Weiberfastnacht: Zu Rosenmontag sind stürmische Böen angesagt


Windböen mit Stärke neun bis zehn sind für Montag angesagt. Davor könnten die Jecken in Nordrhein-Westfalen, die Jahr für Jahr auf Kälte, Schnee oder Regen eingestellt sind, womöglich kapitulieren. Es steht infrage, ob die Umzüge stattfinden können.

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Prognose für das Rheinland präzisiert. Eindeutige Informationen, ob Sturmtief "Ruzica" die Karnevalspläne tatsächlich zunichtemachen könnte, wird es am Sonntag geben.

Der Sturm könnte laut Deutschem Wetterdienst schneller unterwegs sein als bislang erwartet. "Das Maximum mit den höchsten Windstärken hat sich laut den Modellen zeitlich etwas nach vorne verlagert", sagte die diensthabende Meteorologin am Samstag. Sie erwartet die stärksten Windböen schon am Montagvormittag, am Nachmittag könnte es dann mit Böen zwischen Windstärke acht und neun zumindest etwas ruhiger werden.

  • Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht allerdings vor, dass der Zug schon ab Windstärke acht abgesagt wird. Eine Entscheidung wollen die Verantwortlichen frühestens Sonntagmittag fällen. "Wir arbeiten weiter - bis zur Absage", sagt Jacques Tilly, der Zuständige für die Motivwagen des Zuges, dem WDR. "Karneval ist nun mal im Winter - ab und zu zieht man die Arschkarte." Die Aufbauten bestünden lediglich aus Luft, Maschendraht und Pappmaché, gegen Orkanböen seien sie nicht gewappnet.
  • Die Organisatoren des größten deutschen Karnevalsumzugs in Köln ziehen nach eigenen Angaben bislang keine Absage des Rosenmontagszugs in Betracht. Panik sei nicht angebracht, sagte Festkomitee-Sprecherin Sigrid Krebs der "Kölnischen Rundschau". Von einer Absage sei man weit entfernt. Die Zug-Infrastruktur sei gut gesichert gegen Wetterkapriolen. Abgesehen von der närrischen Enttäuschung hätte eine Komplettabsage aufgrund bestehender Vermarktungsverträge auch gravierende finanzielle Folgen für das Kölner Festkomitee. Präsident Markus Ritterbach hatte dem Blatt kürzlich erklärt: "Man muss viel Geld auf die Seite gelegt haben, um auch mal den Ausfall eines Rosenmontagszugs verkraften zu können."
  • Der Rosenmontagszug in Bochum-Linden ist bisher nicht abgesagt. Drohe tatsächlich ein Unwetter, sei eine Absage allerdings unausweichlich, erklärte Bernd Lohof, Präsident des Festkomitees Bochumer Karneval, auf Anfrage der "WAZ".
  • Die Stadt Essen gibt ab 65 km/h eine Warnung für Großveranstaltungen heraus. Das Essener Festkomitee will bis Montagvormittag entscheiden, ob die Umzüge stattfinden, meldet Radio Essen. Falls wegen des Windes etwas passieren sollte, haftet der Veranstalter.
  • In Mainz heißt es ebenfalls, bis Windstärke acht könne der Zug wie geplant stattfinden. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) von 1838 will laut der "Frankfurter Allgemeinen" das weitere Vorgehen am Samstag besprechen - ob etwa auf den Einsatz der 70 Fahnen- und Schwellkoppträger verzichtet werden müsse.

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vek/dpa

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spon-facebook-1261351808 06.02.2016
1. Werde ich nicht vermissen!
Mir ist dieses merkwürdige Ritual zwischen Weihnachten und Ostern bis heute unverständlich...
noregrets 06.02.2016
2. Katastrophe!
Dieser absolute Quatsch soll abgesagt werden? Wer bezahlt eigentlich bei solchen Spaßveranstaltungen die in Anspruch genommenen öffentlichen Dienste wie Polizei etc.? Wer kommt für die durch Suff etc. aufgetreten Schäden auf? Das sind Relikte die endlich mal aufhören sollten...
Nonvaio01 06.02.2016
3. eine gute nachricht
mehr muss man dazu nicht sagen..;-) ich bin aber aus dem Norden, wir haben da eh keinen bezug zu..;-)
Nonvaio01 06.02.2016
4. sollte man so regeln
Zitat von noregretsDieser absolute Quatsch soll abgesagt werden? Wer bezahlt eigentlich bei solchen Spaßveranstaltungen die in Anspruch genommenen öffentlichen Dienste wie Polizei etc.? Wer kommt für die durch Suff etc. aufgetreten Schäden auf? Das sind Relikte die endlich mal aufhören sollten...
wie bei der Love parade, der Veranstalter zahlt..;-), oder die teilnehmer zur kasse bitten, die leute die dort zuege und wagen haben.
Vanagas 06.02.2016
5. Spaßbremse
Zitat von noregretsDieser absolute Quatsch soll abgesagt werden? Wer bezahlt eigentlich bei solchen Spaßveranstaltungen die in Anspruch genommenen öffentlichen Dienste wie Polizei etc.? Wer kommt für die durch Suff etc. aufgetreten Schäden auf? Das sind Relikte die endlich mal aufhören sollten...
Packen wir uns doch alle in Watte und bleiben das ganze Leben Zuhause. Ach so, Sie fragten wer das alles bezahlt? Die Jecken selber durch Ihre Steuern und Ausgaben, die wiederum mit Steuern belegt sind, während der närrischen Zeit. Karneval ist ein Millionengeschäft und finanziert sich selbst. Oder haben Sie schon mal von EU- Subventionen für den Karneval gehört?
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