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Abgesagte Rosenmontagszüge: Der Sturm blieb aus

Wegen Tief "Ruzica" wurden die Rosenmontagszüge in Mainz und Düsseldorf abgesagt. Am Ende blieb der Sturm aus. Die Kölner hatten gut lachen.

Die Kölner hatten Recht behalten: Als sich pünktlich um 10 Uhr der größte deutsche Karnevalszug in Bewegung setzte, hörte der Regen auf, die Sonne kam durch. Anders als in Düsseldorf und Mainz hatte Köln seinen Rosenmontagsumzug nicht wegen einer Sturmwarnung abgesagt. Und auch in Düsseldorf und Mainz blieb der große Sturm zunächst aus.

"Wenn der Petrus uns jetzt die Zunge herausstreckt, sind wir in den Hintern gekniffen", sagte Düsseldorfs Zugleiter Hermann Schmitz, als nach der Absage der Sturm zunächst auf sich warten ließ. Auch ARD-Wettermann Karsten Schwanke kritisierte auf Twitter, die Düsseldorfer Absage sei für ihn ein Rätsel:

Die Düsseldorfer Altstadtwirte ärgern sich ebenfalls über die Absage. Sprecherin Isa Fiedler sagte, bis zum Mittag seien erschreckend wenige Besucher in die Kneipen gekommen. "Die tagelange Diskussion, ob der Zug stattfindet oder nicht: Das hat die Leute davon abgehalten zu kommen." Als der Rosenmontagszug 1990 wegen Sturms abgebrochen wurde, sei das anders gewesen, sagte Fiedler. "Da hatten sich viele schon auf den Weg gemacht. Als der Zug dann wegen des Unwetters abgebrochen wurde, sind alle in die Kneipen gezogen."

War es also richtig, die Veranstaltungen in Mainz und Düsseldorf abzusagen? Ja, verteidigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Entscheidung. "Köln ist durch die Eifel geschützt", sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel am Montag in Offenbach.

In Mainz seien Böen der Windstärke 10 mit bis zu 100 Stundenkilometern vorausgesagt worden, sagte Kirchhübel. Zu Düsseldorf sagte Wetter-Fachmann Jörg Kachelmann: Es gebe zwar eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass alles gut gehe, aber eben auch das Risiko eines "Tornados in Düsseldorf mit Toten".

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Karnevalsumzüge: Gegen den Wind
Selbst Köln zeigte Verständnis für die konkurrierende Karnevalshochburg Düsseldorf. "Die Kölner Wagen haben deutlich mehr Ballast und Wurfmaterial und sind daher nicht so windanfällig", sagte der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD). Es habe sich auch bewährt, "dass wir ein bisschen vorgedacht haben", sagte er zu einigen Sicherheitsvorkehrungen entlang der Zugstrecke. Getreu dem kölschen Grundsatz "et hätt noch immer jot jejange" betonte er: "Wir haben Glück gehabt."

Vorsorglich hatte jedoch auch Köln rund 500 Pferde, Fahnenschwenker und große Figuren vom Rosenmontagsumzug ausgeschlossen. Doch die Narren trotzten dort wie in Aachen oder Bonn dem Regen. Die Kölner Feuerwehr sprach gar von einem "guten Tag" - mit einer - nur kurzzeitigen - maximalen Windstärke 7.

apr/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
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1. .
karend 08.02.2016
Für diejenigen, die so lange für diesen Umzug arbeiteten und diejenigen, die sich so darauf gefreut hatten, ist das ärgerlich hoch 10. Vermutlich wäre es bei Nicht-Absage richtig stürmisch geworden. Aber hinterher ist man immer schlauer ...
2. Also hier tobt der Orkan...
bluebill 08.02.2016
In Süddeutschland weht es mächtig. Wahrscheinlich Windstärke 10. Auf den Straßen wirbelm Äste und andere Dinge. Immer wieder kommt auch ein dicker Regenguss dazu, wie eine quertreibende Gischtwand. Ob da ein Karnevalsumzug so eine tolle Idee ist??? - Übrigens: Es freut mich, dass der Wetter-Kachelmann jetzt wieder als respektable Quelle erscheint. Vor nicht allzu langer Zeit wurde er noch einer Hexenjagd unterzogen, auch hier. Aber was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Das wirft schon ein gewisses Licht auf die Integrität von Massenmedien.
3. Sturm im Wasserglas
alaba27 08.02.2016
Vielleicht gab es ja andere Gründe für die Absagen und das bißchen Wind (prognostiziert als Jahrtausendsturm) kam ganz gelegen.
4. Wer hätte das gedacht?
tompee 08.02.2016
Mit so viel Kreativität hätte ich nicht gerechnet. Eine Terrorwarnung wäre aber zu offensichtlich gewesen.
5. Frage
zick-zack 08.02.2016
Wer sagt denn, daß Sturm was mit Wind zu tun hat? Ich habe mit Fasching nun rein gar nichts am Hut. Aber Deutschland als solches kann getrost von der Landkarte gestrichen werden.
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