Katholikentag Steinmeier bittet in Kommunionsstreit um Entgegenkommen

Dürfen Protestanten mit ihren katholischen Ehepartnern an der Kommunion teilnehmen? Die Frage spaltet die deutschen Bischöfe. Auf dem Katholikentag hat sich nun auch der Bundespräsident geäußert.

Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender
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Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender


Mit einem Appell für mehr Frieden und Toleranz in der Welt haben die Veranstalter des 101. Katholikentags Zehntausende Besucher auf die fünftägige Veranstaltung in Münster eingestimmt. Das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland wolle ein klares Signal gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit und für die Bereitschaft der Christen für Verantwortungsbereitschaft und Solidarität aussenden, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg.

Das Veranstaltungsmotto "Suche Frieden" sei angesichts der derzeitigen Krisen aktueller denn je, sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnungsfeier am Abend. Ein langfristiger Friede beispielsweise im Mittleren Osten sei mit dem jüngsten Rückzug der USA aus dem Iran-Atomabkommen "jedenfalls nicht wahrscheinlicher" geworden. Aktuell sei das Motto "Suche Frieden" aber "nicht nur in der Weltpolitik, sondern auch in unserem eigenen Land", sagte Steinmeier.

Vor dem Katholikentag hatten sich rund 50.000 Besucher eine Dauerkarte gesichert, zudem werden bis Sonntag rund 20.000 Tagesgäste erwartet. Sternberg sagte, seit dem Katholikentag 1990 in Berlin habe die Veranstaltung nicht mehr so viele Menschen angezogen. Das liege auch daran, dass es im Bistum Münster "nach wie vor einen wirklich verankerten Katholizismus" gebe. Insgesamt sind mehr als 1000 Veranstaltungen angesetzt: Diskussionsforen, Kulturangebote und Gottesdienste.

Die Großveranstaltung steht im Zeichen mehrerer kirchlicher und politischer Auseinandersetzungen - etwa der Beschluss des bayerischen Kabinetts zu Kreuzen in Behördengebäuden und die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der katholischen Kommunion.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Februar entschieden, dass Ehepaare unterschiedlicher Konfessionen im Einzelfall gemeinsam an katholischen Eucharistiefeiern teilnehmen dürfen. Dann jedoch wandten sich sieben Bischöfe offen gegen die Entscheidung und schickten ein Schreiben nach Rom. Sternberg wertete den jüngsten Appell des Vatikans, eine gemeinsame Lösung zu finden, als "klares Signal zur Stärkung der Bischofskonferenz". Auf den innerkirchlichen Zwist angesprochen, sagte er: "Eine Kirche, in der es nicht auch gelegentlich rumpelt und man streitet, wäre auch keine Kirche, die ich mir vorstellen kann."

Steinmeier bat die katholische Kirche in der Kommunionsfrage um ein Entgegenkommen. "Lassen Sie uns Wege suchen, den gemeinsamen christlichen Glauben auch durch gemeinsame Teilnahme an Abendmahl und Kommunion zum Ausdruck zu bringen", sagte der Bundespräsident. "Ich bin sicher: Abertausende Christen in konfessionsverschiedenen Ehen hoffen darauf."

hut/dpa

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