Katholische Kirche Exorzist lockt 58.000 Gläubige ins Stadion

Er weckt Assoziationen ans Mittelalter, doch in Polen zieht er die Massen an: der aus Uganda stammende Teufelsaustreiber Bashobora. Rund 58.000 Gläubige folgten seinem Ruf ins Warschauer Nationalstadion. Zum Service gehörten auch Sprechstunden von Hilfs-Exorzisten.

AFP

Warschau - In Rom bemüht sich Papst Franziskus nach Kräften, der katholischen Kirche ein modernes Antlitz zu geben. In Polen richten seine Glaubensbrüder dagegen den Blick ins Mittelalter. Die Oberhirten hatten dem aus Uganda stammenden "Teufelsaustreiber" Jean-Baptiste Bashobora in der normalerweise für Fußballspiele genutzten Arena eine spektakuläre Bühne errichten lassen - mit einem mächtigen 15 Meter hohen Kreuz und einem herzförmigen Altar.

Bashobora durfte hier am Samstag verzweifelten Menschen eine Linderung ihrer Leiden versprechen. Die fragwürdige Veranstaltung, die vom Bischof des Bistums Warschau-Prag, Henryk Hoser organisiert worden war, verzeichnete bemerkenswerten Zulauf. Rund 58.000 Gläubige hatten sich eingefunden, um dem umstrittenen Prediger zu folgen.

Bashobora habe "den Ruf eines Wunderheilers, der schon vielen Menschen den Teufel ausgetrieben hat", sagte eine 54-jährige Frau, die sich als trockene Alkoholikerin "eine endgültige Heilung von diesem Übel" erhoffte. Ein 44 Jahre alter Landwirt gab ebenfalls an, schon oft gehört zu haben, dass der sagenumwobene Gastprediger seinen Schäfchen "verschiedene körperliche und spirituelle Leiden ausgetrieben" habe.

An dem Massengebet nahmen auch zahlreiche Behinderte in Rollstühlen teil. Wer während der Predigt von "satanischen Offenbarungen" heimgesucht wurde, konnte sich in einer eigens eingerichteten "Spezialzone" von Hilfs-"Exorzisten" betreuen lassen. Herkunft und Ausbildung dieser Hilfskräfte blieben unklar.

mik/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 294 Beiträge
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cassandros 07.07.2013
1. Gibt es noch ein anderes Wort für Mittelalter?
Zitat von sysopAFPEr weckt Assoziationen ans Mittelalter, doch in Polen zieht er die Massen an: der aus Uganda stammende Teufelsaustreiber Bashobora. Rund 58.000 Gläubige folgten seinem Ruf ins Warschauer Nationalstadion. Zum Service gehörten auch Sprechstunden von Hilfs-Exorzisten. Katholische Kirche: Exorzist darf Massenpredigt halten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/katholische-kirche-exorzist-darf-massenpredigt-halten-a-909874.html)
Diese Assoziationen hatte ich ganz automatisch und zwanglos, als ich das erste Wort der Überschrift las: Katholizismus ist doch bloß ein Fremdwort, das Mittelalter bedeutet.
Dunkeltroll 07.07.2013
2. ich
kann nur , ALAAF, dazu sagen. karneval auf katholisch mit woodoo-zauber.
dennis_89 07.07.2013
3. Ein Haufen....
...Geisteskranker. Ohne Hirn und Verstand.
mundi 07.07.2013
4. De gustibus ...
Wenn 22 Männer um ein Lederball kämpfen und ein Guru, speziell gekleidet, die Kampfmittel beurteilt, schauen in manchen Ländern sogar 100.000 Menschen zu. Hinzu kommt noch die Radio- und Fernsehübertragung.
guentherprien, 07.07.2013
5. Zurück nach Uganda, da hat er mehr als genug zu tun
und vorallem verstehen die Menschen ihn und sein geld-geiles Gewerbe besser, aber das dürfte vielleicht der Grund sein, warum er in Polen ist. Solche Scharlatane schaden nur dem Ansehen der Kirche und Nutzen die armen Menschen aus. So etwas gehört verboten und Bruder Jean-Baptiste exkommuniziert, ohne wenn und aber ! Amen !
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