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Chef der Glaubenskongregation: Kurienerzbischof Müller warnt ungehorsame Priester

Gerhard Ludwig Müller ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche - und übt Kritik an einer Gruppe von ungehorsamen Priestern. Deren Vorgehen sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, so der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan.

Gerhard Ludwig Müller Anfang Juli in Regensburg: Vom "Positiven des Glaubens" reden Zur Großansicht
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Gerhard Ludwig Müller Anfang Juli in Regensburg: Vom "Positiven des Glaubens" reden

München - Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller hat eine Gruppe von reformorientierten Priestern ermahnt, die sich beim Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene nicht mehr ans Kirchenrecht halten wollen. Sie förderten "ein Kirchenbild, das davon ausgeht, dass die Menschen sich selbst ihre Kirche schaffen, nach eigenem Geschmack und jeweiligem Zeitgeist", sagte der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan der "Süddeutschen Zeitung". "Dies ist aber mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar."

Müller bezog sich auf eine Ungehorsamsinitiative, die in Österreich entstanden ist und der sich auch zahlreiche deutsche Priester angeschlossen haben. Er sagt aber auch, es sei nicht seine Hauptaufgabe, "Bischöfe und Theologen zu kontrollieren", sondern vom "Positiven des Glaubens" zu reden.

Papst Benedikt XVI. hatte den Regensburger Bischof am 2. Juli zum obersten Glaubenshüter der katholischen Kirche ernannt. Der 64-jährige Müller hat damit das dritthöchste Amt in der römischen Kurie nach dem Papst und dem Kardinalstaatssekretär inne.

In Deutschland ist Müller nicht unumstritten: Er hatte durch seinen Umgang mit katholischen Laien Kritik der Kirchenbasis auf sich gezogen. Im vergangenen Jahr forderte er die evangelische Kirche auf, sich "ganz offiziell" von der Behauptung des Reformators Martin Luther zu distanzieren, dass der Papst der Antichrist sei. Das brachte ihm auch in der katholischen Kirche Ärger ein. Ihm wurde vorgeworfen, mit der Attacke von Missbrauchsskandalen ablenken zu wollen. Das sei nicht hilfreich, hieß es damals. Als Präfekt der Glaubenskongregation ist Müller nun auch für die Aufarbeitung des Missbrauchskandals verantwortlich.

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" kritisierte er zudem die Piusbruderschaft scharf - er gilt seit jeher als Gegner der Gruppe. Über die Verhandlungen der Glaubenskongregation mit den Traditionalisten, die eine Reihe von Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen, sagte Müller, wenn die Bruderschaft die Trennung überwinden wolle, müsse sie "akzeptieren, dass das Zweite Vatikanische Konzil verbindlich ist" - die Erklärungen "zum Judentum, zur Religionsfreiheit, zu den Menschenrechten" könne sie "nicht ablehnen, ohne den katholischen Glauben zu beeinträchtigen". Ob das Tischtuch endgültig zerschnitten sei, könne man allerdings erst nach einer offiziellen Antwort der Priesterbruderschaft sehen.

hut/dapd

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1. merkwürdige kritik des herrn generalgroßinquisitors.
Gebetsmühle 21.07.2012
Zitat von sysopDPAGerhard Ludwig Müller ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche - und übt Kritik an einer Gruppe von ungehorsamen Priestern. Deren Vorgehen sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, so der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,845630,00.html
es ist doch kurios, wenn ein abgedrehter klerikaler seine eigenen priester dafür kritisiert, sie würden in ihren gemeinden eigene kirchen schaffen, so wies jesus gewollt hat, während der klerus selbst sich über die jahrhunderte immer weiter von jesus entfernt hat und längst eine eigene kirche mit absurden riten, heiligen- und nebengötterverehrung, allerlei brimborium und trallalla geschaffen hat. nix davon steht in der bibel. eins steht fest: solchen müllers sollte man auf der welt eigentlich keine macht geben, wenn man dafür ist, dass die menschheit in frieden lebt. hier gehts um geistig-moralische kriegstreiberei.
2. Sprichwort
theresia 21.07.2012
" Ich hasse Dummheit in all ihren Formen " Gilt auch für Müller.
3.
janne2109 21.07.2012
Zitat von sysopDPAGerhard Ludwig Müller ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche - und übt Kritik an einer Gruppe von ungehorsamen Priestern. Deren Vorgehen sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, so der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,845630,00.html
die Kirche warnt !!! ungehorsame Priester. Männer werdet Religionslehrer wenn Ihr das Wort Gottes verkünden wollt, aber lasst Euch nicht wie kleine Jungs behandeln.
4.
heinerkarin 21.07.2012
Zitat von sysopDPAGerhard Ludwig Müller ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche - und übt Kritik an einer Gruppe von ungehorsamen Priestern. Deren Vorgehen sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, so der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,845630,00.html
...und wie kann ein Priester bei der Austeilung der Kommunion feststellen das ich geschieden und wiederverheiratet bin?
5. Sowasaberauch
Trivalent 21.07.2012
Zitat von sysopDPAGerhard Ludwig Müller ist einer der mächtigsten Männer der katholischen Kirche - und übt Kritik an einer Gruppe von ungehorsamen Priestern. Deren Vorgehen sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar, so der neue Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,845630,00.html
Ja klar, Ungehorsam gegenüber dem Dienstherrn geht gar nicht. Und das müssen sich Priester im Amt schon fragen lassen, wie sie ihre Anstellung und ihr Versprechen gegenüber der sogenannten Amtskirche mit ihrem gelebten Glauben und ihren Überzeugungen auf einen Nenner bringen. Aber der Herr Müller wird die Daumenschrauben schon noch anziehen und die Mehrzahl der "Aufmüpfigen" wird wieder brav kuschen. Was sollen sie auch sonst machen. es sei denn, es käme zu einem Schisma. In der Führungsebene der RKK ist man jedenfalls nicht bereit, auf die Macht des absoluten Gehorsams zu verzichten.
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