Rom - Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, 55, und der in Rom tätige jesuitische Theologe Karl Josef Becker, 84, werden Kardinäle. Das kündigte Papst Benedikt XVI. am Freitag in Rom an. Die Zeremonie der Ernennung, das feierliche Konsistorium, werde für den 18. und 19. Februar im Vatikan vorbereitet.
Woelki wird einer der jüngsten Kardinäle sein. Unter deutschen Katholiken ist er durchaus umstritten. Der 55-Jährige, der im August 2011 überraschend zum Berliner Erzbischof ernannt und damit Nachfolger des verstorbenen Kardinals Georg Sterzinsky wurde, gilt als sehr konservativ.
Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Nach seinem Studium in Bonn und Freiburg wurde er 1985 im Alter von 28 Jahren zum Priester geweiht. Von 1990 bis 1997 war er Kaplan und Sekretär von Erzbischof Kardinal Joachim Meisner. Am 24. Februar 2003 wurde Woelki von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Köln ernannt, die Bischofsweihe empfing er am 30. März 2003.
Becker ist jesuitischer Theologe und Berater der Glaubenskongregation - und wird vom Papst besonders geschätzt. Er wird einer der ältesten Kardinäle sein. Da er über 80 Jahre alt ist, ist der frühere Professor an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom bei der Papstwahl nicht stimmberechtigt.
Mit Woelki und Beckers Erhebung in den Kardinalsrang steigt die Zahl der deutschen Kardinäle in diesem angesehenen Kollegium auf neun. Insgesamt erhebt Benedikt 22 Kardinäle aus Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika zu Purpurträgern.
Die Kardinäle sind die höchsten Würdenträger nach dem Papst und dessen wichtigste Ratgeber. Sie wählen das Kirchenoberhaupt traditionell aus ihrer Mitte, Kandidaten von außen sind aber möglich.
siu/dpa
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